Senioren-Infobörse in Stadthalle

Selbstbestimmt und lange zu Hause leben

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Offenbach - Die zweite Senioren-Infobörse in der Stadthalle bietet Vorträge zu technikunterstütztem Wohnen, ehrenamtlichem Engagement und Bildung. Von Markus Terharn

Die Offenbacher werden immer älter, „wollen aber nicht nur im Altenheim Halma spielen, sondern aktiv durchs Leben gehen“, witzelt Stadtsprecher Matthias Müller. „Sie können Hallenhalma in der Stadthalle spielen“, scherzt Sozialdezernent Felix Schwenke.

Um ernsthaft zu verkünden: Nach dem Erfolg der Senioren-Infobörse 2011 gibt’s eine Neuauflage. Unter dem Motto „Älter werden in Offenbach“ steigt sie am Samstag, 21., und Sonntag, 22. September, jeweils von 10 bis 17 Uhr an der Waldstraße 312. Zu den Unterstützern zählt unsere Zeitungsgruppe. Der Eintritt ist frei.

Für Fitte und weniger Rüstige

Das Ziel skizziert die kommunale Altenplanerin Heidi Weinrich als Projektleiterin so: „Die Bürger sollen Ideen bekommen, wie sie selbstbestimmt möglichst lange zu Hause leben – unabhängig und in hoher Qualität.“ Zielgruppe sind also in erster Linie fitte Ältere. Aber auch an weniger rüstige Senioren ist gedacht, mit Angeboten zu Fürsorge, Unterstützung und Pflege. „Alle sollen die Chance haben, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.“

Denn das streben die Menschen heute an. „Keiner will ins Heim“, spitzt Weinrich zu. Helfen können Technik und Dienstleistungen, die bei der Infobörse vorgestellt werden. Beispiele: Automatische Abschaltung für Herd und Licht, motorgetriebene Rollläden, Roboterstaubsauger, Notrufsysteme. Neben Wohnraumanpassung ist Autoumrüstung ein Thema.

„Zurzeit hat das technikunterstützte Wohnen ein Akzeptanzproblem“ bedauert Expertin Weinrich, die eine Diskrepanz zwischen Potenzial und Nutzung konstatiert. Sie will diese Möglichkeiten stärker in die Bevölkerung tragen: „In Dänemark ist man da schon viel weiter.“

Vhs-Kurs, Yoga und Hörgeräte

Infos zum ehrenamtlichen Engagement liefert das Freiwilligenzentrum. Volkshochschule und Bildungsbüro weisen auf ihre Angebote zum lebenslangen Lernen hin. Die Frankfurter Universität des 3. Lebensalters steuert ein Referat bei. Sport ist vertreten mit Fitness, Tanz, Yoga oder Nordic Walking. Eher an Damen richten sich Stände zu Kosmetik und Schmuck. Um die Gesundheit kümmern sich Optiker, Hörgeräteakustiker und Spezialisten aus Kliniken sowie Pflegeheimen.

Mit der Gestaltung hat die Stadt erneut die Agentur Colori betraut. Sie hat 2011 eine Evaluation der Infobörse vorgenommen und hohe Zufriedenheit festgestellt. Wo es Kritik gab, so bei der Gastronomie, wird nachgebessert. Erstmals dabei sind auch zwei Gebärdendolmetscherinnen, die Gehörlosen den Inhalt der insgesamt 20 Vorträge verdeutlichen.

Bunte Vielfalt soll das Ambiente prägen, sagt Organisatorin Carola Baumgarten. Die spiegelt sich im Logo, aber auch im Standkonzept. „Es gibt Themeninseln, um die die Besucher herumlaufen“, verspricht sie. Rot steht für „Bewegung & Sport“, Orange für „Wohnen, Leben & Service“, Gelb für „Ehrenamt und Engagement“, Grün für „Bildung und Geselligkeit“, Blau für „Betreuung & Pflege“ und Hellblau für „Gesundheit & Ernährung“.

3500 Besucher erwartet

Aktuell sind 71 Aussteller angemeldet. Nach 2500 Besuchern 2011 sollen es diesmal 3500 werden. Mit 70.000 Euro geht das Sozialamt in Vorleistung. Davon sollen zwischen 30.000 und 40.000 zurückfließen, rechnet Sozialamtsleiter Hans-Günther Neidel.

Am Ende wird Bilanz gezogen. Danach entscheidet sich laut Stadtrat Schwenke, ob es eine Fortsetzung gibt. Angedacht ist ein Zwei-Jahre-Turnus im Wechsel mit der von unserer Zeitung veranstalteten Gesundheitsmesse.

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