Sana-Klinikum stellt Defibrillatoren bereit

Selbsterklärende Lebensretter auf jedem Sportplatz

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Auch wenn es sich nicht um einen echten Patienten handelt: Die Vorführung an der Attrappe machte deutlich, wie einfach die Defibrillatoren zu bedienen sind. Die Geräte geben Sprachanweisungen und sind somit selbsterklärend.  

Offenbach - 300 .000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an einem Herzinfarkt. Defibrillatoren sind ein wichtiges und leicht zu bedienendes Hilfsmittel bei der Erstversorgung, bis der Notarzt eintrifft. Von Steffen Müller

Dr. Stefan Wenzel erklärt OB Felix Schwenke und Sana-Geschäftsführer Sascha John, wie ein AED-Gerät funktioniert. Wer einen Defibrillator sucht, sollte nach dem grünen Hinweisschild Ausschau halten.

Das Sana-Klinikum hat nun jede Sportanlage Offenbachs mit einem sogenannten AED-Gerät ausgestattet. Bewegungsmuffel berufen sich gerne auf Winston Churchill, wenn sie lieber auf der Couch sitzen, als sich körperlich zu betätigen. „Sport ist Mord“ sagte der englische Premierminister einst. Doch dieser Satz soll in Offenbach nicht mehr gelten. „Wir spenden das Gerät, um diese Aussage zu widerlegen“, sagt Professor Harald Klepzig, Chefarzt der Kardiologie am Sana-Klinikum.

Das Krankenhaus rüstet die zehn öffentlichen Sportplätze mit sogenannten Laiendefibrillatoren aus. Sie sind leicht bedienbar, selbsterklärend, geben Sprachanweisungen und können im Zweifel Leben retten. Die Chance, einen Herzinfarkt zu überstehen, liegt um ein Fünffaches höher, wenn ein automatisierter externer Defibrillator (AED) verwendet wird, der durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern beenden kann, erklärt Notarzt Dr. Stefan Wenzel. Am Sportplatz auf der Rosenhöhe zeigt er an einer Puppe, wie einfach der Defibrillator anzuwenden ist.

Aufmerksam beobachtet wird Wenzel dabei von Oberbürgermeister Felix Schwenke, der schnell feststellt, dass das AED-Gerät tatsächlich auch für Medizin-Laien sehr einfach zu bedienen ist. Die unkomplizierte Anwendung ist der Grund, warum sich das Sana-Klinikum dazu entschieden hat, für 20.000 Euro die Defibrillatoren und die dazugehörigen Infotafeln auf Offenbachs Sportstätten anzubringen. „Es ist ein guter Weg, um mit kleinen Mitteln Leben zu retten“, erläutert Geschäftsführer Sascha John.

Gleichzeitig will man das Bewusstsein der Bürger für mehr Eigenverantwortung stärken. Denn immer wieder kommt es vor, dass bei einem Herzinfarkt ein Notruf abgesetzt wird, bis der Rettungsdienst aber vor Ort ist, werden von umherstehenden Personen keine Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen – teils aus Unwissenheit, teils aus Angst, sich falsch zu verhalten. Und das ist gefährlich: In jeder Minute, in der ein Herzinfarkt nicht behandelt wird, steigt die Sterbewahrscheinlichkeit um zehn Prozent. „Der einzige Fehler ist es, nichts zu tun“, beruhigt Notarzt Wenzel. Dies betrifft sowohl die Herzdruckmassage als auch die Anwendung des Defibrillators. „Das Gerät sagt, was zu tun ist. Ein Schock, um den Herzrhythmus wieder herzustellen, wird nur abgegeben, wenn der Defibrillator keinen Herzschlag mehr misst.“

Das Sana-Klinikum spendet nicht nur die AED-Geräte, sondern bietet auch Schulungen an. Bislang gab es eine Einführung in die Nutzung des Defibrillators und zu Erste-Hilfe-Maßnahmen für die Platzwarte der Sportanlage. Demnächst sollen auch Vereinstrainer geschult werden. Bei Sana hofft man, dass sich in weiten Teilen der Gesellschaft herumspricht, wie einfach es ist, Leben zu retten. Wichtig sind dabei drei Schritte: Überprüfen, ob der Patient noch atmet, unter Tel.: 112 den Rettungsdienst alarmieren und bis zum Eintreffen der Notärzte Erste Hilfe leisten: Herzdruckmassage und wenn – wie jetzt auf Offenbachs Sportplätzen – vorhanden den Defibrillator anwenden.

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