Diabetes

Selbsthilfe vor Ort und im Internet

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Die Dreieicher Familie Bertsch hat mit Diabetes-Kids eine erfolgreiche Selbsthilfe-Plattform im Internet gegründet.

Offenbach - Mit anderen Diabetikern in Kontakt kommen, Tipps weitergeben und Anregungen mitnehmen – das sind die Beweggründe für den Besuch einer Selbsthilfegruppe. Doch nur etwa ein Prozent der Menschen mit Diabetes ist Mitglied einer Selbsthilfeorganisation.

Kritiker sprechen davon, dass der persönliche Leidensdruck offenbar noch nicht hoch genug ist, um sich für die eigene Betroffenheit einzusetzen. Allein in Hessen existieren nach Angaben des Deutschen Diabetiker-Bundes rund 100 solcher Gruppen.

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Heinz Ball aus Heusenstamm – er ist Vorsitzender des Bezirksverbandes Stadt und Kreis Offenbach, zu dem 16 Selbsthilfegruppen im Umkreis gehören – weiß um den Stellenwert der meist regelmäßigen Zusammenkünfte für die Diabetiker. In Offenbach existiert seit vielen Jahren eine aktive Gruppe, um die sich Annemarie Brehm kümmert. Im Schnitt zehn bis zwölf Personen treffen sich beim ASB Nordend an jedem vierten Montag im Monat. Neben dem Meinungsaustausch ziehen die Betroffenen auch aus Vortragsveranstaltungen ihren Nutzen. „Einmal im Monat, und zwar immer am vierten Donnerstag, gibt es ein solches Angebot. Das nächste Mal am 28. November“, kündigt Ball an. Dann befasst sich Oberarzt Dr. Dieter Klein im Helmut-Nier-Saal des Sana-Klinikums in Offenbach mit dem Thema Blutzuckerwerte und wie man sie richtig einstellt. Beginn ist 19 Uhr.

Hilfe finden Sie hier:

Deutscher Diabetiker Bund Hessen

Diabetes-Kids

Diabetes Stoppen

Deutscher Diabetiker Bund

Diabetologie Offenbach

Ob in Hanau, Seligenstadt oder Egelsbach – überall ergreifen Menschen die Initiative. Bei Susann-Kristina und Michael Bertsch aus Dreieich war das nicht anders. Ihre Tochter Carolin erkrankte mit anderthalb Jahren an Diabetes. 13 Jahre ist das her. Damals gründete Familie Bertsch die Internetinitiative Diabetes-Kids. „Unser Wunsch war es, mit dieser Seite den Zusammenhalt und Informationsaustausch von Kindern mit Diabetes und deren Eltern zu stärken und aus dem Wust an allgemeinen Informationen zum Thema Diabetes nur die herauszufischen, die für diese Gruppe – also auch für uns – relevant sind“, sagt Michael Bertsch. „Wir wollten nicht, dass unsere Tochter mit dem Gefühl aufwächst, in negativem Sinne aus der Norm zu fallen.“ Durch die mittlerweile vielen Treffen mit anderen betroffenen Kindern geht das Mädchen mit der Krankheit selbstbewusst um. „Es käme ihr nicht im Traum in den Sinn, sich dafür schämen oder verstecken zu müssen“, so der Vater.

Die von ihm aus der privaten Initiative Diabetes-Kids entwickelte Internetseite, zu der auch ein kostenloses Forum gehört, ist zur größten virtuellen deutschsprachigen Selbsthilfegruppe für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus und deren Eltern geworden.

hhr

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