Als Stadtschulsprecherin hat Selina Sanbakli viel vor

„An den Defiziten muss gearbeitet werden“

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Selina Sanbakli Selina Sanbakli wird in diesem Schuljahr die Offenbacher Schüler in der hessischen Landesschülervertretung repräsentieren.

Offenbach - Selina Sanbakli . ist 17 Jahre alt und neue Stadtschulsprecherin in Offenbach. Sie besucht die 12. Klasse der Rudolf-Koch-Schule. Während ihrer Amtszeit möchte sie dafür sorgen, dass Schüler sich wieder mehr für Politik interessieren.

Damit folgt sie dem Kurs ihres Vorgängers Yusef Muhammad. Aber sie will sich in diesem Schuljahr auch mit den geplanten Stellenstreichungen in der Oberstufe und mit den dringend benötigten Schulsanierungen befassen. Außerdem plant sie eine Kooperation mit dem Frankfurter Stadtschülerrat. Mit unserer Mitarbeiterin Rebecca Röhrich hat sie über ihre Pläne gesprochen.

Welche Themen erachten Sie in diesem Schuljahr als besonders wichtig?

In diesem Schuljahr müssen wir vor allem an vergangenen Themen konsequent weiterarbeiten. Dazu gehören die Stellenstreichungen in den Oberstufen, die sanierungsbedürftigen Schulen, die momentane Flüchtlingssituation sowie die Politisierung der Schüler.

Wie würden Sie generell die Situation an den Offenbacher Schulen beschreiben?

Das kann man pauschal nicht sagen, da jede Schule ihre individuellen Stärken und Probleme hat. Was ich aber sagen kann, ist, dass an den Defiziten gearbeitet werden muss. Allgemein ist die mutwillige Zerstörung ein großes Thema unter Schülerinnen und Schülern. Andere berichten von Kopfschmerzen aufgrund des Ausstoßes von Asbest. Fehlende Lehrkräfte (und somit der Ausfall kompletter Unterrichtsfächer wie Religion) sind auch ein großes Thema.

Wo besteht ganz besonders Handlungsbedarf?

Für mich persönlich spielt vor allem die Sanierungsbedürftigkeit der Schulen eine große Rolle. Nicht nur das Lernen wird dadurch negativ beeinflusst, auch die gesundheitlichen Zustände der Schüler sowie Lehrer können sich verschlechtern, wenn nicht bald etwas getan wird. Vor allem Käthe-Kollwitz- Schule, Fröbelschule, Edith - Stein-Schule und Schillerschule sind stark davon betroffen. Ich möchte, dass meine jüngere Schwester künftig ohne gesundheitliche Probleme aus ihrem Klassenraum rausgehen kann.

Haben Sie schon konkrete Pläne, die Sie im Lauf des Schuljahres umsetzen wollen?

Wir haben vor, die gemeinsame Arbeit mit dem Stadtschülerrat Frankfurt zu stärken. Daher wollen wir einige Aktionen zusammen starten, begonnen mit einer Klausurtagung. So können wir unsere Arbeit koordinieren, um produktive Ergebnisse zu erbringen. Innerhalb der nächsten Wochen setzen wir uns mit Stadtrat Felix Schwenke zusammen, um über die vom Land zu verantwortenden Stellenstreichungen für die Oberstufen zu reden. Wir erhoffen uns eine lösungsorientierte Diskussion.

Sind Flüchtlinge ein Thema?

Ja, die Situation wird im Stadtschülerrat ein wichtiges Thema sein. Wir möchten Asylsuchenden helfen, sich besser einzuleben. Dabei ist uns wichtig, dass wir mit ihnen gemeinsam überlegen, wie wir sie unterstützen können. In einer großen Briefaktion werden wir das Kultusministerium und das Finanzministerium in unsere Probleme aufgrund der maroden Schulen miteinbeziehen. Schüler werden Briefe mit aussagekräftigen Fotos und ähnlichen Materialien an das Ministerium schicken. Weitere Projekte sind in Planung, aber die haben noch Zeit.

Bereits als stellvertretende Stadtschulsprecherin lag Ihnen die Politisierung der Mitschüler besonders am Herzen. Warum ist für Sie politisches Engagement bereits während der Schulzeit so wichtig?

Interesse für politische Themen ist eine Entwicklung, die Zeit braucht. Schüler werden im Politikunterricht nur oberflächlich an diese Themen herangeführt, oft fehlt der Bezug zum realen Leben und die praktische Anwendung. Ich bin davon überzeugt, dass politisches Interesse geweckt und gefördert werden muss. Jugendliche sollen die Erfahrung machen, dass ihre Gedanken und Lösungsstrategien wichtig sind und sich viel davon in der Realität umsetzen lässt. Sie sollen merken, dass auch soziales Engagement politisches Engagement ist.

Abiball der Rudolf-Koch-Schule

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