Senioren mit Signalwirkung

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So soll es aussehen, das Alten- und Pflegeheim, das auf dem Gelände der ehemaligen Kaiser-Friedrich-Quelle an der Ludwigstraße gebaut wird. Der Abriss der alten Lagerhallen beginnt in wenigen Tagen.

Offenbach - Zu den Zeiten von Kaiser Friedrich III wurden solche Pläne wenn überhaupt vermutlich nur für Nobel-Hotels gezeichnet. Rund 120 Jahre später dienen sie dank der demografischen Entwicklung als Vorlage für den Bau von Altenheimen. Von Matthias Dahmer

Und der Regent, dessen Büste das Eckgrundstück Ludwigstraße-Geleitsstraße ziert, würde vermutlich wohlgefällig auf das blicken, was demnächst dort entsteht, wo jahrzehntelang ein Mineralwasser abgefüllt wurde, das seinen Namen trug.

Auf dem Gelände der ehemaligen Kaiser-Friedrich-Quelle in der Ludwigstraße baut die Lübecker HBB Hanseatische Gesellschaft für Seniorenheime mbH & Co. KG für rund 20 Millionen Euro ein Alten- und Pflegeheim für 180 Bewohner. Die Bauzeit ist mit 18 Monaten veranschlagt, eröffnet werden soll das Heim Anfang 2011.

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Betreiber der viergeschossigen Einrichtung, die sich architektonisch an der bestehenden Bebauung im Westend orientiert, ist die bei Hamburg ansässige Domicil Senioren-Residenzen GmbH, ein Ableger der HBB, die bereits 13 Häuser in Berlin, Hamburg und Niedersachsen mit insgesamt mehr als 2 000 Betten betreibt. Beide Unternehmen stellten gestern die Projektplanung der Öffentlichkeit vor.

HBB hat 60 Prozent des Kaiser-Friedrich-Geländes gekauft. In wenigen Tagen wird mit dem Abriss der leer stehenden Hallen begonnen. Dabei werden auch jene platt gemacht, die noch auf dem Areal stehen, das der Eigentümerfamilie gehört.

Oberbürgermeister Horst Schneider erhofft sich schon allein dadurch eine Signalwirkung für attraktiven Wohnungsbau auf den angrenzenden Grundstücken. In dem Vorhaben der Lübecker sieht er im Übrigen das Zusammenwachsen der 1a-Lage Westend mit der Innenstadt.

Das Alten- und Pflegeheim verfügt nach Angaben von HBB-Projektleiter Oliver Radünz über 158 Zimmer. Sie haben eine Größe von 18 bis 32 Quadratmeter und sind alle mit einem Bad sowie den modernsten Sicherheitseinrichtungen und Notrufsystemen ausgestattet. Konkrete Preise für die Quartiere wollte Domicil-Mann Frank Paul Hartje nicht nennen.

Auf allen Etagen sind Aufenthaltsräume, Speiseräume und die erforderlichen Pflegeeinrichtungen zu finden. Zusätzlich werden im Haus ein Friseur und Ergotherapeuten sein, wird Fitness und Gymnastik angeboten.

Im Erdgeschoss befindet sich die hauseigene Küche, ein großer Festsaal mit Wintergarten soll bei verschiedensten Veranstaltungen auch interessierten Offenbachern offen stehen. An den Wintergarten schließt sich ein aufwendig gestalteter Garten mit Wasserspiel sowie ein Besucher-Parkplatz an.

Eine Besonderheit des Hauses stellen separate Wohnungen für an Demenz erkrankte Menschen dar. Statistiken gehen davon aus, dass in Offenbach mehr als 1 500 Demenzkranke leben.

Infos gibt es telefonisch unter 04102/ 707800 oder auf der Homepage

Das Alten- und Pflegeheim in Offenbach markiert für den bislang vorwiegend in Norddeutschland tätigen Investor HBB den Beginn der Erschließung des süddeutschen Markts. Das Unternehmen will im Rhein-Main-Necker-Raum insgesamt zwölf Heime errichten, sieben Grundstücke wurden dafür nach Angaben von Projekleiter Radünz schon gekauft, unter anderem in Hanau und Frankfurt.

Allein bei der Namensgebung fürs Offenbacher Haus musste man Abstriche machen. Kaiser Friedrich schied aus rechtlichen Gründen aus, weshalb nun unter „Domicil Seniorenpflegeheim im Westend“ firmiert wird.

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