Seniorenzentrum: Bestnote beim „Pflege-TÜV“

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Altenpflegerin Manuela Hintze misst bei Bewohnerin Rosa den Blutdruck. Die Qualität der Pflege war Schwerpunkt der jüngsten Überprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), bei der das Seniorenzentrum Offenbach mit Bestnote abschnitt.

Offenbach - Aller guten Dinge sind drei: Innerhalb kürzester Zeit hat das Offenbacher Seniorenzentrum drei Prädikate erhalten, darunter erstmals die Bestnote 1,0 bei der überarbeiteten Qualitätsprüfung des MDK. Von Jenny Bieniek 

Mit Qualitätsmerkmalen und abstrakten Bewertungssystemen haben die Mitglieder des kürzlich neugewählten Beirats im Seniorenzentrum Offenbach (SZO) wenig am Hut. Das müssen sie auch nicht, schließlich gibt es dafür Experten. Eine subjektive Meinung zum Haus haben die Bewohner beim gestrigen Pressegespräch natürlich trotzdem. „Ich bin seit sechs Jahren hier und finde es sehr gut“, sagt Bewohner Helmut Matschat - auch wenn er lieber daheim leben würde. „Aber die Zeiten sind vorbei.“

Mit „Sehr gut“ hat das SZO kürzlich auch bei der objektiven Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) abgeschnitten. Für diese kommen Prüfer alljährlich unangemeldet vorbei und bilden sich anhand von Gesprächen mit Personal und Bewohnern, Unterlagenprüfungen, Rundgängen und eines Fragenkatalogs ein Urteil. Was sie an der Elisabethenstraße vorfanden, war für die Experten Anlass zur Vergabe der Bestnote 1,0. In den Jahren zuvor schwankten die Bewertungen zwischen 1,4 und 1,1. Wegen neuer Prüfkriterien sind neue und alte Noten zwar nicht vergleichbar, eine Steigerung ist die Bewertung aber in jedem Fall. „Die Freude darüber darf man ruhig als Werbung kundtun“, findet Felix Schwenke, der dem Aufsichtsrats der städtischen Trägergesellschaft vorsitzt.

Kochgruppen sind besonders beliebt

Im Beisein von Pflegedienstleiterin Katrin Medack, Geschäftsführer Wolfgang Schmidt und Qualitätsbeauftragtem Harry Stock konnte er daneben zwei weitere Erfolge verkünden: Das SZO erhielt jüngst den „Grünen Haken für Verbraucherfreundlichkeit“, den die bundesweite Interessenvertretung für Heimbewohner (BIVA) auf Antrag vergibt.

Ehrenamtliche, externe Mitarbeiter begutachten dafür die Lebensqualität der Bewohner in ihren Einrichtungen nach den Kriterien Autonomie, Teilhabe, Würde und dem vorhandenen „Wohlfühl-Angebot“. „Wir haben sechs Tage die Woche Programm, nur sonntags fahren wir alles zurück, weil dann oft Verwandte zu Besuch kommen“, so Geschäftsführer Schmidt. Besonders beliebt seien die Kochgruppen, aber auch Grillnachmittage und Musikangebote kämen gut an. Es ist bereits das dritte Mal, dass das SZO diese Auszeichnung bestätigt.

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Ebenfalls freiwillig hat sich das SZO im Juni erstmals einer Hygieneprüfung des MRE-Netzes (Multiresistente Erreger) unterzogen. Auch da zeigten sich die Experten zufrieden mit dem Ergebnis und vergaben ein entsprechendes Siegel. „Wir sind natürlich sehr froh und stolz auf diese Auszeichnungen, die es auf jeden Fall zu halten gilt“, kündigen die Verantwortlichen unisono an. „Obwohl es in Offenbach derzeit leere Pflegebetten gibt, haben wir eine Warteliste“, so Schmidt. Dieser Umstand beweise, welch guten Ruf das SZO inzwischen habe.

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