Service und Kultur vereint

Der Flachbau des Rathauses muss saniert werden. Deshalb zieht das Bürgerbüro im Frühjahr 2014 in den Bernardbau. - Foto: Häsler Wegen der Sanierung des Rathauses ziehen Bürgerbüro und Standesamt im Frühjahr für mehr als zwei Jahre in den Bernardbau an der Herrnstraße. Danach dreht sich das Ämterkarussell weiter.

offenbach - Kunden des Bürgerbüros müssen vom nächsten Frühjahr an neue Wege gehen. Von Matthias Dahmer

Wegen der Sanierung von Erdgeschoss und erster Etage des Rathauses, es handelt sich um den sogenannten Breitfuß des Verwaltungsbaus, ziehen das Bürgerbüro samt Servicestellen von EVO und ESO sowie das Standesamt in den Bernardbau an der Herrnstraße 61 um. Das Exil ist bis zum Herbst 2016 geplant.

Dem entsprechenden Nachtrag eines bestehenden Mietvertrags mit der Gebrüder Bernard AG stimmte das Stadtparlament am Donnerstagabend mehrheitlich zu. Bereits jetzt sind im Bernardbau zirka 6 600 Quadratmeter für städtische Kultureinrichtungen angemietet. Mit dem Nachtrag kommen weitere 2 150 Quadratmeter hinzu.

Vorgesehen ist, dass die Publikumsflächen von Bürgerbüro, EVO und ESO im Erdgeschoss beziehungsweise Hochparterre des historischen Baus an der Herrnstraße eine vorübergehende Bleibe finden. In den ersten Stock sollen Standesamt, Sachbearbeitungsabteilung des Bürgerbüros sowie sanitäre Einrichtungen kommen. Auf der Nordseite des Bernardbaus wird ein neuer, barrierefreier Zugang geschaffen. Die für die Vorführung von Fahrzeugen benötigte Fläche kann vor dem neuen Eingang angelegt werden.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Rathaus kehren Standesamt, Bürgerbüro, EVO und ESO ins Rathaus zurück. Danach wird die Fläche im Bernardbau erneut und auf Kosten der Vermieterin umgebaut. Insgesamt investiere die Bernard AG 1,15 Millionen Euro, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider. Das Erdgeschoss steht dann dem städtischen Kulturmanagement als Ausstellungsfläche und Veranstaltungsraum zur Verfügung. Die Fläche im ersten Obergeschoss soll bis zu vier Ämter aus dem Stadthaus aufnehmen, deren bis dahin dort genutzten 2400 Quadratmeter im Gegenzug aufgegeben werden. Dadurch sollen ab 2017 pro Jahr 384 000 Euro gespart werden. Gegenzurechnen ist dabei die jährliche Miete im Bernardbau, die von 251 000 Euro im nächsten Jahr auf etwa 300 000 Euro ab 2017 steigt.

Wegen der Investitionen, die im Bernardbau erforderlich sind, müssen die Flächen langfristig angemietet werden. Deshalb wird die Vertragslaufzeit für den gesamten Bau einheitlich auf 25 Jahre festgelegt. Sie beginnt am 1. Januar 2014. Das bedeutet für die schon gemieteten Flächen eine Laufzeitverlängerung um drei Jahre.

Bedenken der Linken-Fraktion, wonach es wesentlich günstigere Flächen in der City zur Anmietung gebe, hielt der OB die beträchtliche Summe entgegen, welche der Eigentümer des Bernardbaus in den Umbau stecke.

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