Sheraton Hotel

Erst jetzt offiziell erstklassig

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Die Klassifizierung zum Vier-Sterne-Hotel ist nun offiziell. Darüber freuen sich (von links): Michèle Latzke vom Stadtmarketing, Oberbürgermeister Horst Schneider, Claudia Riexinger, Director of Sales im Sheraton Offenbach, Hotelmanager Sebastian Krebs und Michael Hagspihl, Vorsitzender des DEHOGA Hessen.

Offenbach - Es gilt als eine der ersten Adresse in der Stadt: das Sheraton am Büsingpalais. Dass es sich um ein Vier-Sterne-Haus handelt, daran hatten die Offenbacher seit Eröffnung vor genau 20 Jahren keine Zweifel. Von Veronika Schade 

Dem Hotel fehlte jedoch bislang die offizielle, bundesweit einheitliche Sterne-Klassifizierung durch den DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband). „Ich kann gar nicht sagen, warum unser Haus sie noch nicht beantragt hatte. Die Standards waren längst alle erfüllt“, sagt Sebastian Krebs, seit diesem Januar General Manager in Offenbach. So gehörte es zu seinen ersten Amtshandlungen, die Zertifizierung zu beantragen. „Das hat dann auch schnell geklappt“, freut er sich und zeigt die Urkunde. Auch das entsprechende Schild ist mittlerweile am Eingang angebracht.

Die Klassifizierung erfolgt auf freiwilliger Basis. Alle drei Jahre müssen sich die Hotels einer neuen Überprüfung durch den Verband unterziehen. Dabei orientiert sich die Vergabe nach internationalen Standards und passt sich ändernden Gästeerwartungen und Markttrends an. „Anhand von rund 270 Kriterien wurde das ganze Haus bewertet – von den Zimmern übers Restaurant bis hin zum Service“, sagt Krebs. In Offenbach gibt es 35 Hotels, darunter drei weitere Vier-Sterne-Hotels („First Class“): das Achat Plaza im ehemaligen Schlachthof, das Best Western Macrander im Kaiserlei sowie Winters Hotel Offenbacher Hof an der Ludwigstraße. Über drei Sterne verfügen das Nordic Hotel und das Hotel Graf, zwei Sterne haben das Ibis Styles Hotel sowie das Hotel am Ledermuseum. Das Ibis Budget Hotel an der Sprendlinger Landstraße (ehemals Etap) kann mit einem Stern aufwarten, während die übrigen 26 Offenbacher Herbergen sich nicht der DEHOGA-Klassifizierung unterzogen haben.

Die Zahlen in den Offenbacher Herbergen sind im Aufwärtstrend: 2014 übernachteten 192 613 Personen in den Hotels, gegenüber dem Vorjahr bedeutet es einen Zuwachs von 4,4 Prozent. Auch die Anzahl der Übernachtungen ist um 7,5 Prozent auf 416.688 gestiegen. Die Bettenausnutzung lag 2013 bei knapp unter 40 Prozent, 2014 waren es 41,3 Prozent. Bei durchschnittlich 2,2 Nächten lag die Verweildauer eines Gastes, die meisten kamen als Geschäftsreisende. Das ist im Sheraton nicht anders. Vor allem zu Messezeiten ist das Haus voll. „Wir sind günstiger als Frankfurt, leben zu einem beträchtlichen Teil davon, dass in der Nachbarstadt alles belegt ist“, berichtet Krebs. Doch auch viele in Offenbach ansässige Firmen, wie etwa Hyundai, brächten ihre Gäste in seinem Haus unter. Wer dagegen privat übernachte, tue dies meist nach einer Hochzeit oder anderen Feier. Neben 221 Zimmern und einer Suite stehen 13 Veranstaltungsräume zur Verfügung, zehn davon im historischen Büsingpalais – in dem sich praktischerweise auch der städtische Trausaal befindet.

Sich der Stadt und ihren Menschen zu öffnen, war dem vor 20 Jahren unter dem Namen Arabella Hotel eröffnet Haus ein Anliegen. Schließlich befindet es sich auf geschichtsträchtigem Boden (dazu Infokasten oben). So sind mehrere Kooperationen entstanden, unter anderem mit der Hochschule für Gestaltung, der Schillerschule, dem Lions-Club und dem Offenbacher Karnevalverein (OKV). Außerdem findet dort der jährliche Kulturempfang der Stadt statt. Der neue Hotelchef jedenfalls zieht ein erstes zufriedenes Fazit. „Das Haus habe ich toll geführt übernommen, das Team empfing mich herzlich. Die Übernachtungszahlen entwickeln sich positiv, ich bin bisher sehr zufrieden.“ Der Oberurseler will Offenbach noch besser kennenlernen, demnächst steht eine Stadtführung an, die er zum 36. Geburtstag geschenkt bekommen hat. „Bei der Sitzung des OKV war ich auch“, berichtet er lächelnd.

Das erste Hotel am Platz zu bleiben, lautet das Ziel, an dem es ständig zu arbeiten gilt. Krebs macht kein Geheimnis aus seiner Erleichterung, dass die Hotel-Pläne im nahe gelegenen City Tower, wohl im Sand verlaufen: „Wir haben aufgeatmet. Es wäre eine große Konkurrenz. Alles Neue ist anziehend.“

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