Mit Sicherheit ohne Gewalt

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Sie freuten sich über die gute Resonanz des zweiten Offenbacher Präventionstages: Frank Weber von Ordnungsamt, Stadtrat Paul-Gerhard Weiß und Hugo Reinhard von der OVB im Gespräch mit Interessenten.

Offenbach - Gewaltprävention geht alle an. Auch wenn hierzu vor allem Polizei, Justiz, weitere Behörden und die Kommunen gefordert sind, tragen doch die Bürger im besonderen Maße zur Vorbeugung bei. Von Thomas Meier

Sei es als Eltern, Autofahrer oder Fahrgast im Bus, als Nachbar, Hausbesitzer, Mieter oder Passant auf der Straße. Wegen dieser kollektiven Verantwortung hatten Stadt und Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) am Samstag zum zweiten Offenbacher Präventionstag ins Ringcenter eingeladen.

Unter der Schirmherrschaft des Ordnungsdezernenten Paul-Gerhard Weiß informierten von 10 bis 16 Uhr insgesamt 14 Organisationen über Möglichkeiten und Angebote zur Gewaltprävention. Das Motto der Informationsveranstaltung lautete „Mit Sicherheit ohne Gewalt“ und rückte den Schwerpunkt „Häusliche Gewalt“ ins Blickfeld. Aber auch andere Aspekte wie Vandalismus, Opferschutz, Verhalten im Straßenverkehr und Gewalt unter Jugendlichen wurden thematisiert. Informationstafeln und kurze Videos verdeutlichen den Umgang mit Gewalt und zeigten auf, wie sie sich am besten vermeiden lässt. Es wurden verschiedene Handlungsmöglichkeiten für den Ernstfall gezeigt.

Die gemeinsame Aktion von Stadt, Polizei und freien Trägern im Ringcenter zeigt die gute Vernetzung der in der Präventionsarbeit tätigen Organisationen in Offenbach“, erklärte Paul-Gerhard Weiß bei einem Rundgang im Ringcenter. Die Bürger hatten hier vor oder nach dem Einkauf die Gelegenheit, mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen - sei es um über eigene Erfahrungen zu berichten oder Ideen und Anregungen mitzunehmen. „Das Management des Ringcenters hat uns vorbildlich dabei unterstützt, unser Informationsangebot an frequentierter Stelle anbieten zu können,“ freuten sich Sabine Süßmann, Projektleiterin der SOH von „Besser leben in Offenbach“, und Frank Weber, Koordinator der Stadt für Kommunale Präventionsarbeit und stellvertretender Amtsleiter des Ordnungsamtes.

Am Stand der Bundespolizei wurde das Thema „Gewalt gegen Personen im öffentlichen Personennahverkehr und Vandalismus aufgearbeitet.

OVB beklagt jährlich etwa 50.000 Euro Schaden durch Vandalismus

Und auch die Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) ging darauf ein, Vandalismus und Störungen durch deeskalierende Maßnahmen zu vermeiden – ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Durch Vandalismusschäden hat die OVB jährlich etwa 50 000 Euro Schaden zu beklagen.

Mit verschiedenen Beratungsstellen in Offenbach unterstützt die Caritas junge Menschen sowie Eltern und Paare bei persönlichen und familiären Schwierigkeiten. Beim Präventionstag stellte sie psychologische Beratung und Hilfe zu unterschiedlichsten Themen vor. Für Paare und Familien in Konfliktsituationen, für Männer, die gewalttätig wurden, für junge Menschen, die von den Problemen der Eltern betroffen sind, für Paare in Trennungs- und Scheidungssituationen.

„Gewaltfreie Erziehung“ stand im Mittelpunkt der Fachstelle für Suchtprävention des Suchthilfezentrums Wildhof. Sie informierte darüber, was Eltern tun können, damit ihre Kinder nicht süchtig oder gewalttätig werden.

Das Frauenbüro und der Verein Frauen helfen Frauen thematisierten häusliche und sexuelle Gewalt und das Jugendamt stellt das Offenbacher Rahmenkonzept zur Gewaltprävention an Schulen vor. Der Integrationsbeauftragte Luigi Masala beschäftigte sich mit dem Thema „Nachbarschaftskonflikt“ und stellte den Mediatorenpool vor.

Wo fängt Gewalt eigentlich an?

Übt eine an der Kasse vordrängelnde Kundin Gewalt aus? Ist es Gewalt, wenn ein Nachbar nicht grüßt oder Jugendliche eine Garagenwand mit Farbe besprühen, weil der OFC verloren hat? Diese und andere Fragen richtete die Geschäftsstelle „Kommunale Prävention“ des Ordnungsamtes an Passanten des Einkaufsmarktes. Dazu wurden Kurzfilme gezeigt, in denen sich Menschen hilflos zeigen, als andere bedrängt werden. Wie Graffitis entfernt werden können, zeigte nebenan eine Fachfirma.

Das Medienprojektzentrum Offener Kanal Offenbach vermittelte Medienkompetenz im Sinne des vorbeugenden Jugendmedienschutzes und setzte sich mit dem Thema Gewalt in den Medien auseinander. Der Verein People´s Theater stellte seine Arbeit vor und zeigt mit kleinen Theateraufführungen, wie Gewaltsituationen entstehen können. Das Polizeipräsidium Südosthessen beriet zu den Themen häuslicher Gewalt in der Familie und Gewalt auf öffentlichen Straßen und Plätzen.

Die Verkehrswacht präsentierte unter anderem einen Reaktionstest, und der Weiße Ring informierte über seine Arbeit, Opfern vorsätzlicher Straftaten zu helfen.

Die Außenstelle Offenbach leistete 2009 bis Ende August bereits in 158 Fällen Hilfe - durch Ratschläge, finanzielle Beihilfe oder Anwaltsunterstützung.

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