Sichtbares Zeichen des Widerstands

Offenbach - Es ist als das bislang öffentlichkeitswirksamste Zeichen des Offenbacher Widerstandes gegen den Fluglärm und den Ausbau des Frankfurter Flughafens zu verstehen. Von Matthias Dahmer

Für den nächsten Samstag, 17. September, ist die Bevölkerung aufgerufen, eine Menschenkette unter der Anfluggrundlinie der neuen Landebahn Nordwest zu bilden.

Die Demonstration soll zwischen 11.15 und 13 Uhr vom Ostbahnhof über Hebe-, Bieberer- und Bismarckstraße bis zum Dreieichpark reichen, wo ab 12.45 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant ist. Zuvor, um „fünf vor Zwölf“, wie es in der Ankündigung heißt, wird es mittels Trillerpfeifen ein Pfeifkonzert gegen den Fluglärm geben. Gleichzeitig erklingen in mehreren Kirchen die Glocken. Des Weiteren werden Unterschriften auf „Roten Karten gegen Fluglärm“ gesammelt, die ans Bundesverwaltungsgericht gehen, wo die Klage Offenbachs gegen den Ausbau verhandelt wird. Zum Gelingen, sagen die Initiatoren, sind mindestens 2.500 Leute nötig.

Treffpunkte der Fluglärm-gegner sind die Kasernenstraße auf der Südseite des Finanzamts sowie die große Bushaltestelle am Hauptbahnhof in der Bismarckstraße. In der Kasernenstraße spricht zum Auftakt der Ideengeber der Menschenkette, Hermann Gaffga von der AG Flughafen. Am Bahnhof ist Ingrid Wagner von der Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach (BIL) die Rednerin.

Gegen 12.15 Uhr, so die Planungen, rollt sich die Kette vom Ostbahnhof her auf und wird zum wachsenden Demonstrationszug Richtung Dreieichpark. Am Musikpavillon im Park halten zum Abschluss Dekanin Eva Reiß und Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß die Ansprachen.

Weitgehende Beschränkungen für die Stadtentwicklung

Die Offenbacher Bevölkerung müsse ein deutliches Zeichen des Widerstands setzen, formulieren Ingrid Wagner von der BIL, der Amtsgerichtpräsident a.D. Wilhelm Uhl und der Innenstadt-Apotheker Hans Rudolf Diefenbach in einem Aufruf. „Offenbach soll eine neue, weitere Lärmschneise bekommen, einen fast flächendeckenden Lärmteppich, weitere Luftschadstoffe, weitgehende Beschränkungen für die Stadtentwicklung und keine Fraport-Gewerbesteuer“, heißt es im Aufruf, der von allen Fraktionen im Stadtparlament, dem Magistrat, den Kirchen sowie zahlreichen weiteren Institutionen und Vereinen unterstützt wird.

Dabei habe das Bundesverwaltungsgericht über die Klagen gegen den Ausbau noch nicht entschieden, seien weder die Frage des Nachtflugverbots noch der Möglichkeiten zur Reduzierung des Fluglärms durch aktiven und passiven Lärmschutz geklärt.

Die groß angelegte Aktion ist natürlich mit Behinderungen für die Autofahrer verbunden. Auf eine ausgeschilderte Umleitungsstrecke werde am Samstag zwar verzichtet, heißt es aus dem Rathaus. Ordnungsbehörde und Polizei würden während der Demonstration aber je nach Situation einzelne Straßenabschnitte sperren.

So muss zunächst auf der gesamten Länge der Bismarckstraße zwischen 11.15 und 13 Uhr mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Insbesondere an der Kreuzung mit der Waldstraße und der Kaiserstraße rechnet man zeitweise mit Staus. Autofahrern wird empfohlen, Richtung Innenstadt den Weg über den Ring und die Untere Grenzstraße beziehungsweise Mühlheimer Straße zu nehmen.

Zu kurzfristigen Sperrungen an der Strecke kann es zudem kommen, wenn die Teilnehmer der Menschenkette zur Abschlusskundgebung im Dreieichpark aufbrechen.

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