„Sie waren eine klasse Chefin“

Offenbach - Hunderte Gäste haben Eva Dude, die langjährige Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach, am Mittwochabend in den Ruhestand verabschiedet. Von Marc Kuhn

Sie sei eine Kämpferin für die Interessen der regionalen Wirtschaft, sagte IHK-Präsident Alfred Clouth. „Persönlich und im Namen aller Mitarbeiter“ bedankte sich Dudes Nachfolger, Markus Weinbrenner, für die Führung in all den Jahren. „Sie waren eine klasse Chefin. “ Die scheidende Hauptgeschäftsführerin habe stets betont, dass es wichtig sei, die Mannschaft hinter sich zu bringen. „Diesen Rat werde ich befolgen“, erklärte Weinbrenner, der ab Montag Hauptgeschäftsführer der Offenbacher IHK ist.

Die 65-Jährige hinterlasse eine Supergrundlage, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben. Er berichtete, Dude wolle für den Ältestenrat des DIHK kandidieren. „Ich mache gerne Wahlkampf für sie“, betonte Wansleben.

Auf Wunsch von Dude hielt Professor Theodor Dingermann vom Institut für Pharmazeutische Biologie an der Frankfurter Goethe-Universität den Festvortrag zum Thema „Wandel der Zeiten - Zeiten im Wandel“. Auf humorvolle Weise referierte er über die Ursprünge und Erfolge der Genforschung. Dingermann hatte das eigene Genom analysieren lassen und berichtete über die Gefahren von Krankheiten sowie die Wirkung von Medikamenten.

Ein „superguter Vortrag“

Ein „superguter Vortrag“, erklärte Clouth. Er sagte weiter, Dude habe den Wandel in der IHK und in der Wirtschaft konstruktiv mitgestaltet. „Ihr Motto bei ihrer Amtseinführung im Jahr 2000 war: Die IHK solle zum Wohle ihrer Mitgliedsunternehmen mehr Offenheit, Transparenz und Kundenorientierung nach außen zeigen.“ Dude habe dieses „Motto beherzt umgesetzt und immer wieder Neuland betreten“. Sie habe vor allem versucht, die Zusammenarbeit mit der Politik und den Behörden zum Wohle der Wirtschaft zu verbessern. Dude habe auch die Konfrontation nicht gescheut, berichtete Clouth.

„Als sie im August 2000 in Offenbach antraten, lag die Zahl der Mitgliedsunternehmen bei 30.250. Seitdem stieg sie stetig auf jetzt über 42.000 Mitgliedsunternehmen“, erläuterte Clouth. „Ein klares Indiz dafür, dass sie mit Leib und Seele ihren Beruf erfolgreich ausgeübt haben.“

„Es waren spannende Zeiten“, entgegnete Dude. „Der Wandel war gewaltig.“ Die scheidende Hauptgeschäftsführerin erinnerte beispielsweise an Energiewende und Eurokrise. Sie blickte aber nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft. „Was mich bewegt, ist die Frauenfrage“, sagte die 65-Jährige. Mütter seien im Berufsleben und bei der Erziehung der Kinder gefordert. Deshalb will Dude im Ruhestand für die Tagesmütterzentrale in Neu-Isenburg arbeiten.

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