Unternehmen stecken mehrere Millionen Euro in Integration

Siemens und Post bieten Praktika für Flüchtlinge

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Sie absolvieren derzeit ein Berufspraktikum im Briefzentrum Offenbach (von links): Esam Khubieh, Muhammad Tahir Nadeem und Ahmad Khalil, alle in Gelb, mit Leiter Frank Hahn.

Offenbach - Siemens und die Post unterstützen Flüchtlinge mit Praktikumsprogrammen. Siemens hat bereits im vergangenen Jahr ein mehrstufiges Programm zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland gestartet. Das Unternehmen stellte dafür kurzfristig eine Million Euro Spenden sowie Eigenleistungen in gleicher Größenordnung bereit.

Teil des Programms ist das Angebot von Flüchtlingspraktika an mehreren Siemens-Standorten. Nach der erfolgreichen Pilotphase des Projektes in Erlangen haben inzwischen zwei syrische Flüchtlinge ihr Praktikum in Offenbach begonnen. Während des zweimonatigen, vergüteten Praktikums steht der Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen zur Vorbereitung auf einen Beruf ohne systematische Berufsausbildung im Vordergrund. Voraussetzung für einen Praktikumsplatz sind Ausbildung, Studium oder erste Berufserfahrungen in einem technischen Beruf sowie ein laufendes oder positiv abgeschlossenes Asylverfahren.

Die beiden Praktikanten in Offenbach sind 27 und 29 Jahre alt und bringen Vorkenntnisse in Bauingenieurwesen und Informatik aus Studium und Beruf mit. Während ihrer Praktika sollen sie Einblick ins Engineering für schlüsselfertige Kraftwerke erhalten und in Projektteams arbeiten, die Kraftwerke in Dubai und Ägypten planen. Auch außerhalb des Projektteams erhalten die beiden Syrer Unterstützung und Betreuung: Die Agentur für Arbeit betreut die administrativen Abläufe. Bei Siemens erhalten sie neben ihren fachlichen Ansprechpartnern auch Unterstützung von einem Kollegen, der ihnen im Alltag mit Rat und Tat zur Seite steht.

„Damit eine dauerhafte Integration gelingen kann, benötigen die Geflüchteten eine Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt“, sagt Dirk Steding, Betriebs- und Standortleiter in Offenbach. „Das Orientierungspraktikum bietet die Möglichkeit, das Arbeitsleben in Deutschland kennenzulernen und wichtige Kontakte zu knüpfen.“ Bis zu zehn Praktikumsplätze stehen 2016 in Hessen an den Standorten Offenbach und Frankfurt-Fechenheim zur Verfügung. Derzeit wird die Eignung weiterer Bewerber geprüft. Auch deutschlandweit wird an vielen Standorten die Ausweitung des Praktikumsprogramms vorangetrieben, darunter in Berlin, Hamburg oder München. Ziel ist, in diesem Jahr 100 Praktikanten einzustellen.

Bilder: OFC-Chancencamp für Flüchtlinge

Als einer der größten Arbeitgeber in Deutschland bietet auch die Post bundesweit insgesamt 1000 Praktika an, die perspektivisch zu Ausbildung und Arbeit in Deutschland führen können – unter anderem in den Briefzentren Frankfurt und Offenbach. Dort absolvieren derzeit acht Flüchtlinge ein mehrwöchiges Praktikum in der Briefsortierung. „Einige dieser Praktikanten haben sich bereits um eine anschließende Ausbildung bei uns beworben. Andere haben schon signalisiert, dass sie nach Abschluss ihres Praktikums auch weiter gern bei uns arbeiten wollen“, berichtet Stefan Decher, Leiter der Postniederlassung Frankfurt. Sämtliche Hilfsprojekte werden von zirka 100 Koordinatoren aus Post-Niederlassungen deutschlandweit gemeinsam mit lokalen Partnern betreut. Insgesamt stellt das Unternehmen für das erste Jahr eine Million Euro für Programme zur Integration von Flüchtlingen insbesondere durch Spracherwerb und Berufsvorbereitung zur Verfügung. 

mad

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