Konzern streicht Arbeitsplätze

Siemens: Auswirkungen auf Offenbach noch unklar

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Offenbach - Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Siemens will weltweit 15.000 Stellen einsparen und damit deutlich mehr als bislang angenommen. Von Achim Lederle

Am Offenbacher Standort des Elektrokonzerns wurden schon seit über einem halben Jahr Zahlen zum geplanten Stellenabbau kolportiert: Die Rede war dabei von 275 der insgesamt 700 Jobs im Bereich „Energy Solutions“, die einer Strukturanpassung der gesamten Geschäftssparte zum Opfer fallen sollen. Ob jetzt mehr als die bisher bereits bekannten Jobs wegfallen, war gestern noch offen.

Die Offenbacher Siemens-Mitarbeiter sind für den Bau von fossilen Kraftwerken im Mittleren Osten, Asien und Afrika zuständig. Da der Kraftwerksbau vor allem in Asien boomt, ist nach Informationen unserer Zeitung der Aufbau des Energiegeschäfts in Südkorea geplant, während die Belegschaft in Europa abgebaut werden soll. Diese Pläne hatten in den vergangenen Monaten für erhebliche Unruhe am Standort Offenbach gesorgt, bedeuten sie doch nach Ansicht von Arbeitnehmervertretern und Insidern, dass mit den Arbeitsplätzen viel Ingenieurs-Knowhow für Offenbach verloren geht.

Es soll zwar nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, wie ein Firmensprecher gestern bestätigte. Für Offenbach hätte die Umstrukturierung jedoch aus den oben genannten Gründen erhebliche Folgen. Auch die Größe des Standorts könnte dann nach Expertensicht unter eine kritische Grenze fallen, bei der der Weiterbestand der gesamten Offenbacher Dependance gefährdet wäre.

Das milliardenschwere Sparprogramm „Siemens 2014“ soll insgesamt 15.000 Stellen kosten, davon 5000 in Deutschland.

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