Etwa 430 Mitarbeiter wechseln nach Niederrad

Siemens will Offenbach bis 2020 verlassen

Offenbach – Der Siemens-Konzern wird seinen Standort am Kaiserlei spätestens Ende September 2020 aufgeben. Das erfuhr diese Zeitung aus einer zuverlässigen Quelle. Schon im Sommer sollen 423 von momentan etwa 700 Beschäftigten nach Frankfurt-Niederrad ziehen. Von Marc Kuhn

Den Angaben zufolge verlieren rund 280 Mitarbeiter ihren Job. Der Stellenabbau soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Den Beschäftigten werden Altersteilzeit, Abfindungen oder der Wechsel in Transfergesellschaften und in Stellen in anderen Siemens-Werken angeboten. „Das ist überhaupt nicht erfreulich für die Beschäftigten“, sagte die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber.

Siemens selbst spricht von einer Zusammenlegung der Standorte Offenbach und Erlangen beim sogenannten Lösungsgeschäft, der Abwicklung von Projekten der Sparte Power und Gas. An beiden Niederlassungen sollten 870 Stellen gestrichen werden, sagte eine Sprecherin dieser Zeitung. Nach ihren Worten wechseln etwa 430 Mitarbeiter aus Offenbach nach Niederrad. 370 Jobs sollten abgebaut werden, erklärte sie.

Dort ist in der Lyoner Straße eine Niederlassung von Siemens. Im Sommer wurde bekannt, dass das Unternehmen den Standort aufgeben und 2022 wohl in einen Neubau im Quartier Gateway Gardens umziehen will. Die Ingenieure aus Offenbach sollen in der Nähe des Siemens-Geländes an der Hahnstraße untergebracht werden. Offen ist bisher, ob sie nach Gateway Gardens ziehen werden.

Bilder: Siemens-Mitarbeiter demonstrieren

Nach Angaben des Siemens-Betriebsratsvorsitzenden Matthias Tiessen ist die Stimmung unter den Kollegen in Offenbach mies. „Die Auftragslage ist schlecht“, sagte er dieser Zeitung.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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