Simon kritisiert RMV-Preise

Offenbach (psh) - Schulterklopfen beim Rhein-Main-Verkehrsverbund - RMV-Geschäftsführer Knut Ringat war gestern in „Rekord-Stimmung“ beim Rückblick auf 2011.

„Es gab Super-Bewertungen von den Fahrgästen - zum Teil deutlich besser als die Schulnote 2, mehr als 90 Stationen sind Teil eines 260-Millionen-Euro-Modernisierungsprogramms und die Zukunft des elektronischen Tickets- eTickets - des RMV hat mit der elektronischen Jahreskarte begonnen.“

Auch sind die Busse und Bahnen des Verbunds genutzt worden wie noch nie. Die Einnahmen (2011: 731 Millionen Euro) seien gestiegen und deckten etwa 57 Prozent der Kosten. Diese lägen jährlich bei rund 1,2 Milliarden Euro. Zudem: Die Kostendeckung sei bundesweit gesehen „vergleichsweise hoch“. .

Ob der RMV sein „hohes Niveau an Angebot und Qualität“ weiterhin bieten beziehungsweise noch verbessern könne, hängt nach Angaben von Ringat stark von der künftigen Finanzierung ab. „Und da ziehen dunkle Wolken auf, was in Zeiten der Schuldenbremsen die öffentliche Hand noch leisten kann und was wir auf der Kostenseite für Energie und die Nutzung der Infrastruktur bezahlen müssen“, so der RMV-Chef.

RMV: Ticketpreise liegen im Mittelfeld

„Obwohl unsere Ticketpreise bei einer gründlichen Untersuchung gegenüber anderslautenden Meinungen eher im Mittelfeld liegen, können wir dennoch nicht alle kommenden Finanzierungsfragen über Preiserhöhungen lösen. Wir wollen daher weiterhin gemeinsam mit unseren lokalen Partnern unsere tariflichen Angebote qualitativ entwickeln, wie wir es zum Beispiel gerade mit dem Modell einer kreisweit gültigen CleverCard für Schüler und mit der neuen Tageskarte demonstriert haben.“ Die geplante Tarifreform soll in Angriff genommen werden

Für Offenbachs Bürgermeisterin Birgit Simon ist die „Schieflage im bestehenden Tarifsystem, die insbesondere bei Fahrten von Offenbach über die Stadtgrenze nach Frankfurt besteht“, ein besonders wichtiger Ansatz für Reformen. Die Kunden des öffentlichen Nahverkehrs müssten „einen erheblichen Preissprung verkraften, der nicht nachvollziehbar ist und eine unnötige Belastung darstellt für Pendler ebenso wie für Offenbacher Familien, die einen Tagesausflug in den Frankfurter Zoo machen wollen“, kritisierte sie. „In diesem Bereich erwarte ich in 2012 unbedingt Bewegung, denn hier ist - insbesondere nach der letzten Tariferhöhung - die Belastbarkeitsgrenze endgültig erreicht. Deshalb werde ich auch in diesem Monat wieder Gespräche dazu mit dem Vorstand des RMV führen“, so Simon.

Stärker ins Visier nehmen will der RMV jetzt Schwarzfahrer. Der Verkehrsverbund geht davon aus, dass regelmäßig vier bis sieben Prozent der Fahrgäste ohne Fahrschein unterwegs sind. Der finanzielle Verlust liegt nach Schätzungen im Extremfall bei mehr als 40 Millionen Euro. Die Offensive steht bevor. „Die Kontrollen werden deutlich verschärft. Zusammen mit Bahnmitarbeitern sollen auch bei Großaktionen Bahnhöfe abgeriegelt und Fahrgäste überprüft werden“, kündigte RMV-Sprecher Peter Vollmer an. (psh)

Rubriklistenbild: © dpa

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