Simon macht’s jetzt doch

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Steht bereit: Grünen-Fraktionschef Peter Schneider

Offenbach (mad) - Es war ein Sinneswandel, von dem nur böse Zungen behaupten, sie habe ihn schon im OB-Wahlkampf auf ihrem Plakat mit dem Slogan „Sie kann’s“ angekündigt: Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne) kandidiert für die Stelle der Ersten Beigeordneten im Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main.

Ihre Wahl am 29. Februar dürfte nur noch Formsache sein, haben die Grünen doch das Vorschlagsrecht für den Vize-Posten hinter dem Verbandsdirektor.

Noch am 6. Januar hatte die 54-jährige auf Anfrage unserer Zeitung versichert, sie werde nicht kandidieren und in Offenbach bleiben. Gestern nun die Rolle rückwärts: Nachdem die grüne Gruppe in der Verbandskammer sie in den vergangenen Tagen „eindringlich gebeten“ habe, sich als Beigeordnete im Regionalverband zur Verfügung zu stellen, habe sie sich nach einem „intensiven Gespräch“ mit der grünen Verbandsfraktion gestern Vormittag überzeugen lassen, so Simon. Maßgeblichen Anteil dürfte der Chef der hessischen Grünen und Offenbacher Landtagsabgeordnete Tarek Al-Wazir gehabt haben. Er hatte sich am Wochenende für Simon stark gemacht, nachdem bei den Grünen interner Streit über die Kandidatenfrage ausgebrochen war.

Ab März im Regionalverband

Die gebürtige Freiburgerin Birgit Simon war von 2003 bis 2006 Umwelt- und Sozialdezernentin und dann Bürgermeisterin in Offenbach. Ihre Amtszeit wäre am 6. September zu Ende gewesen. Weil sie ihren neuen Job bereits am 1. März antreten wird, stellt sich die Frage, wie es danach weitergehen wird in Offenbach.

Peter Schneider, Fraktionschef der Grünen, sieht keinen Grund, vom in der Koalition vereinbarten Fahrplan abzuweichen. Weil am 6. September auch die Amtszeiten von Ordnundezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) und Kämmerer Michael Beseler (SPD) enden, stehe im Mai in der Stadtverordnetenversammlung ohnehin die Wahl von drei hauptamtlichen Magistratsmitgliedern an.

Peter Schneider ist gesetzt

Fraktionschef Schneider selbst gilt als gesetzt für einen der drei frei werdenden Posten. Er geht davon aus, dass es weiterhin vier Hauptamtliche geben wird, wobei SPD und Grüne jeweils zwei Vertreter entsenden und der Oberbürgermeister Teil des Gremiums sei. Bei der Frage nach dem zweiten grünen Hauptamtlichen hüllte sich Peter Schneider gestern noch in Schweigen. Dass sich die CDU für einen Posten im hauptamtlichen Magistrat andient, hält er für nicht mehr als ein „Flügelschlagen“.

Lesen Sie zum Jobwechsel von Birgit Simon auch einen aktuellen Kommentar

Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) übermittelt Bedauern zum Weggang: Die erste Bürgermeisterin in der Geschichte der Stadt habe einen guten Job als Dezernentin gemacht. „Ich war sehr für ihre Wiederwahl im September“, sagt er gestern. Als gute Perspektive für Offenbach sieht er, dass bald eine gestandene Großstadt-Politikerin im Regionalverband eine herausragende Rolle spielen werde.

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