Sinnbild für Kickers Offenbach

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Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion liegt jetzt offiziell am Waldemar-Klein-Platz 1. OB Horst Schneider und Witwe Barbara Klein enthüllten gestern das Schild.

Offenbach - „Jetzt müssen wir zoppeln.“ Sprach Horst Schneider zu Barbara Klein. Der Oberbürgermeister und die Witwe des Kickers-Ehrenpräsidenten zoppelten, dann war es enthüllt – das Schild „Waldemar-Klein-Platz“ auf dem Bieberer Berg. Von Markus Terharn

Bei der Trauerfeier für die 2010 verstorbene OFC-Legende im alten Stadion hatte es in Strömen geregnet, erinnerte Schneider, mit rot-weißem Schal anstelle der Amtskette um den Hals. Gestern, bei der offiziellen Benennung des neu gefassten Platzes inklusive 24 Parkplätzen, strahlte die Sonne auf einige Dutzend Vertreter aus Politik und Sport, Gesellschaft und Fanszene. Als prominenteste begrüßte der Verwaltungschef das „sehr lebendige Kickersdenkmal“ Hermann Nuber sowie Ex-Trainer und „Eintrachtnase“ Dragoslav Stepanovic, „der hier mal grandios versagt hat“.

Als die Junge Union den Vorschlag aufbrachte, Klein auf diese Weise zu ehren, habe er keine Besinnungspause gebraucht, betonte der OB mit Blick zum JU-Kreisvorsitzenden Marc Oliver Junker. „Ich habe gesagt: Super Idee, das machen wir!“ Der Termin sei „wunderbar getimed“, verwies Schneider auf die letzte Tribüne im neuen Sparda-Bank-Hessen-Stadion, die das Viereck nun vollendet. Als verdiente Würdigung für das Lebenswerk von Waldemar Klein, „die in der ganzen Stadt große Sympathie gefunden hat“, lobte Junker selbst die Initiative seiner Partei.

„Erlebnisreiche Stunden auf diesem Platz“

Barbara Klein bekannte, ihr gingen sehr viele Gedanken durch den Kopf, sie habe zwiespältige Gefühle. Oft sei ihr Mann über den Platz gegangen, habe tröstende oder aufmunternde Worte gefunden oder „junge, attraktive Frauen in den Arm genommen“. Was Schneider nutzte, sie spontan zu drücken.

Barbara Klein rief auch ins Gedächtnis, wie ihr Waldemar auf streitbare Fans einwirkte „und dafür von ihnen respektiert wurde, so wie er war. Mal aufbrausend, mal ausgleichend: Das war sein Naturell.“ Sie dankte den Verantwortlichen der Stadt und wünschte „gute, erlebnisreiche Stunden auf diesem Platz und im Stadion“.

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In improvisierter Rede bezeichnete Pfarrer Matthias Loesch, der schon die Trauerfeier für Klein gestaltet hatte, diesen als „Sinnbild für das, was Kickers Offenbach darstellt“. Er nannte ihn „meinen alten Freund“ und betonte, wie alle Anwesenden habe er ein persönliches Verhältnis zu ihm gehabt. Unter Verweis auf die Prügelei im Fanblock während des jüngsten Heimspiels dachte er an manchen Auftritt Kleins mit Mikrofon im Mittelkreis. „Da war Frieden in Block 2“, sagte Loesch und würdigte: „Waldemar hatte diese unglaubliche Integrationskraft. Das fehlt uns. Da ist niemand. Das kann auch niemand...“

Der Waldemar-Klein-Platz sei wirklich schön geworden, „ein repräsentativer Platz“, meinte Loesch und forderte: „In dem Geist, den Waldemar immer eingefordert hat, müssen wir in die Zukunft sehen.“ Dann wurde gezoppelt.

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