Große Hymnen, großes Herz

Social Distortion in der Stadthalle Offenbach

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Mike Ness lässt wie eh und je die Saiten glühen.

Offenbach - Altgedienten Bands ist es zur Mode geworden, ihren Albumklassikern eigene Tourneen zu widmen. Von Christian Riethmüller 

Der geneigte Fan bekommt dann die gesamte Platte von A bis Z vorgespielt, ganz gleich, ob es sich nun um ein Konzeptalbum oder eben nur um eine Songsammlung aus einem bestimmten Jahr handelt. Die Haudegen von Social Distortion machen da keine Ausnahme und stellen bei ihrer aktuellen Tour ihr 1990 erschienenes Album „Social Distortion" in den Mittelpunkt, mit dem sie vor 25 Jahren zumindest in den USA den Durchbruch schafften und auch ihren ganz eigenen Stil aus Punk, Rockabilly und Country fanden.

Dieser Mix, für den mal der eher untaugliche Begriff Cow Punk gebräuchlich war, zündet auch heute noch, wie nun in der vollgepackten Stadthalle Offenbach zu erleben war. Er braucht nur etwas Anlaufzeit, weil sich Frontmann Mike Ness - nach 37 Jahren Bandgeschichte das einzig übrig gebliebene Originalmitglied - erst einmal warm singen muss. „So Far Away“ und „Let It Be Me“ sind daher vernachlässigbare Sprungbretter für den ersten Klassiker „Story of My Life“, der bei Social Distortion eine Geschichte von Drogensucht, Gefängnis, wechselnden Bandbesetzungen und einem vergleichsweise schmalen Output von lediglich sieben Alben ist.

Auf Betriebstemperatur gekommen, ist Ness aber immer noch ein Ereignis, der wie eh und je die Saiten glühen lässt, sich mit Covers wie „Ring of Fire“ oder „Wild Horses“ vor seinen Säulenheiligen Johnny Cash und Rolling Stones verbeugt und mit großem Herzen große Hymnen wie „Ball and Chain“ oder „Don’t Drag Me Down“ in den Saal bellt. Für diese Verlässlichkeit hat er bei den Fans „A Place in My Heart“ sicher.

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