Software aus Offenbach ein Erfolgsschlager

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Jürgen Spanuth, Geschäftsführer der Firma Lomo Soft, zeigt Teile der technischen Ausrüstung, die in Tanklastern eingesetzt wird.

Offenbach ‐ Der Sprit an der Zapfsäule geht nie aus. Stets rechtzeitig sind die Lkw zur Stelle, um Tanks mit Benzin und Diesel aufzufüllen. Ein ausgeklügeltes System bei Spediteuren und Mineralölkonzernen sorgt dafür, dass keine Engpässe auftreten. Von Marc Kuhn

Die Computerprogramme dafür kommen fast immer aus Offenbach. „Von der Ladestelle in der Raffinerie bis zur Tankstelle arbeitet unsere Software“, sagt Jürgen Spanuth, Firmengründer und Geschäftsführer der Firma Lomo Soft, die ihren 20. Geburtstag feiert.

Lomo steht für Logistik Management Organisation. Die Firma entwickelt und verkauft Distributionssoftware für Unternehmen aus der Öl- und Gasbranche, wie Spanuth erklärt. Mit ihr lässt sich zum Beispiel genau berechnen, welche Tankstelle in Deutschland zu welchem Zeitpunkt wie viel Sprit benötigt. Und die Lagerbestände der Konzerne werden überwacht. Spanuth: „Unser größter Kunde ist BP.“ So sind in Deutschland und England etwa 450 Tanklaster des Konzerns mit der Software aus Offenbach unterwegs. Gesteuert wird das Logistiksystem von Bochum und Hamburg aus, wo ebenfalls die Programme von Lomo Soft laufen.

Über Polen soll der osteuropäische Markt erschlossen werden

Spanuth hat etwa 150 Kunden, darunter viele kleine Spediteure. Aber auch die Großen der Branche wie Agip, Exxonmobil und Lukoil setzen auf die Dienste der Offenbacher. Vor allem in Deutschland, den Beneluxländern und England verkauft Lomo Soft die Programme. Über Polen solle der osteuropäische Markt erschlossen werden, sagt Spanuth. Sein Unternehmen arbeitet aber auch für Woqod in Katar und Adnoc in Abu Dhabi. Anfragen seien auch aus Bahrein eingegangen. Mit den Saudis gebe es erste Kontakte.

Auf dem Markt für diese spezielle Software muss sich Spanuths Firma mit ihren etwa 30 Mitarbeitern einem hiesigen Konkurrenten, Unternehmen aus Holland und einem großen Anbieter in den Vereinigten Staaten stellen. Spanuth sieht sich für den Wettbewerb gut gerüstet: „Wir sind deutlich flexibler und haben sehr kurze Entscheidungswege.“ Als Konsequenz aus der Globalisierung habe sein Unternehmen zudem eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet, die Kunden sieben Tage in der Woche anrufen können.

Transportspezialist Bonifer ist beteiligt an Lomo Soft

Die Programme von Lomo Soft kommen offenbar gut an. Im vergangenen Jahr sei ein Umsatz in Höhe von vier Millionen Euro erwirtschaftet worden, erklärt Spanuth. Und auch 2009 sei bisher sehr gut gelaufen.

Beteiligt an Lomo Soft ist ein weiteres Offenbacher Unternehmen: der Transportspezialist Bonifer, der freilich auch die Programme einsetzt. Die Idee zur Entwicklung einer Software für die Überwachung von Lagerbeständen hatte Spanuth gemeinsam mit Andreas Bonifer auf einem Bierfest. Die Anfänge lagen zunächst auf Studentenjob-Niveau. Auf einer Speditionstagung sei die Software dann vorgestellt worden. Das Interesse potenzieller Kunden habe dann 1989 zur Firmengründung geführt.

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