Solaranlage auf Schneckenberg

Offenbach (mad) ‐ Auf der ehemaligen Mülldeponie Grix, dem Schneckenberg, soll eine der größten Solaranlagen der Region errichtet werden.

Auf dem Südhang der höchsten Erhebung Offenbachs, deren Sanierung Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen wurde, ist auf rund 3,6 Hektar die Installation von etwa 7 000 Solarmodulen geplant. Sie könnten mit einer Jahresleistung von 1,5 Megawatt um die 560 Haushalte versorgen. Die Baukosten, die von privaten Investoren aufzubringen wären, sind mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt.

So weit die Pläne, die einer Machbarkeitsstudie des Stadtdienstleisters ESO entspringen, der den in städtischem Eigentum befindlichen Schneckenberg verwaltet. Damit sie auch Wirklichkeit werden, stellte das Stadtparlament in seiner Sitzung am Donnerstagabend die Weichen in Form eines Bebauungsplans für das Areal. Er wurde mit breiter Mehrheit verabschiedet.

Für Edmund Flößer von den Grünen ist das Vorhaben ein Projekt von überregionaler Bedeutung. Es werde ein „Ausrufezeichen für Klimaschutz und erneuerbare Energien“ sein, war er sich sicher. Trotz sinkender Fördersätze für die Solarenergie werde sich die Anlage auf dem Schneckenberg lohnen, prognostizierte Flößer. Die geringere Förderung könne dadurch aufgefangen werden, dass die Module immer billiger und gleichzeitig immer effizienter würden. Der ESO setze mit der Anlage ein „klares und richtiges Zeichen“, meinte SPD-Mann Peter Janat. Um die Dimension des Vorhabens zu verdeutlichen, rechnete er vor, die Anlage werde etwa doppelt so groß sein wie die existierende auf der ehemaligen Mülldeponie in Wicker. Dominik Mangelmann zeigte sich für die CDU in einer kritisch-sarkastischen Stellungnahme erleichtert, die Koalition habe beim Thema erneuerbare Energien endlich von der Union gelernt.

Die beabsichtigte Nutzung des Schneckenbergs entspricht einer Empfehlung des Bundesumweltbundesamtes, nach der bevorzugt Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf bereits technisch vorbelasteten Flächen wie etwa Deponien errichtet werden sollen. Die Einspeisung der erzeugten Energie ins öffentliche Stromnetz ist laut Stadtverwaltung problemlos, da im Einfahrtsbereich der Deponie ein Übergabepunkt in das öffentliche Netz möglich ist.

Rubriklistenbild: © dpa

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