Sonnenkraft fürs Haus nutzen

Offenbach (ku) - Aufgrund der steigenden Kosten für Öl, Gas und Strom werden immer mehr Immobilienbesitzer auf die Solarenergie aufmerksam. Allein die Sonne strahlt in Deutschland jährlich eine Energiemenge von 1000 Kilowatt auf jeden Quadratmeter Erde.

Dieses Potential entspricht rund 100 Litern Heizöl oder 100 Kubikmetern Erdgas. Trotz der jüngst beschlossenen Gesetzesänderung mit der Neuregelung der Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen, lohnen sich Solaranlagen langfristig für viele - nicht zuletzt dank fallender Preise für Solarmodule. Die Investitionen in eine Solaranlage wollen, mit Blick auf die Nutzungsdauer, gut überlegt sein. Wichtig bei der Entscheidung ist es, vorausschauend auf die nächsten 20 Jahre zu planen.

Welche Verwendungsmöglichkeiten gibt es für Solarenergie? Was kostet eine Solaranlage? Welche Finanzierungsmöglichkeiten sollten in Betracht gezogen werden? Diese und weitere Fragen beantworten Experten bei einer kostenlosen Telefonaktion am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr. Am Telefon: Jochen Fenn, Finanzierungsexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen e. V. (069/85008279); Christine Schneider, Fachreferentin erneuerbare Energien und Energieberaterin beim Amt für Umwelt, Energie und Mobilität Offenbach (069/85008280); Eberhard Kundi, Energieberater bei der Energieversorgung Offenbach (069/85008281).

Planung nach Nutzungsart

Die Planung sollte sich nach der Nutzungsart richten: thermisch, für Warmwasser und auch Heizung oder elektrisch zur Stromversorgung oder für beides. Bei der Warmwasserversorgung sammeln Solarkollektoren die Sonnenenergie und geben die Wärme über eine Pumpe an die Wasserspeicher weiter. Ein ausreichend gedämmter Speicher sorgt dafür, dass warmes Wasser auch an Regentagen vorhanden ist. Jährlich können mit einer Solarthermieanlage 50 bis 60 Prozent des Warmwasserbedarfs gedeckt werden. Die Kosten einer Anlage zur Warmwasserbereitung liegen zwischen 4000 und 5000 Euro für ein Einfamilienhaus, bei einer Nutzungsdauer von 20 bis 30 Jahren.

Viele Eigenheimbesitzer stehen mit Blick auf die Kosten vor der Frage, welche Finanzierungsmöglichkeiten sich bieten. Neben Krediten und Zuschüssen der KfW-Bank bietet ein angesparter Bausparvertrag zinsgünstige Konditionen sowohl in der Ansparphase wie auch später in der Darlehensphase. Der Vorteil liegt in der attraktiven Guthabenverzinsung und dem günstigen Darlehenszins, den man sich langfristig sichert. Wer sofort Geld für eine Modernisierung benötigt, für den lohnt sich ein Kombikredit. Dieser setzt sich aus einem tilgungsfreien Vorauskredit und einem Bausparvertrag zusammen. Für beides werden eigene, feste Zinssätze ausgewiesen und die Laufzeit kann bis zu 30 Jahre festgezurrt werden. Bis zur Zuteilung zahlt der Kunde die Zinsen für das Vorausdarlehen sowie die Sparraten für den Bausparvertrag. Sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, löst der Kreditnehmer den Vorauskredit mit der Bausparsumme ab. Danach zahlt er noch die Raten für das Darlehen.

Kosten für eine Solarmodul-Anlage

Die Kosten für eine Solarmodul-Anlage liegen je nach Größe bei 10.000 bis 20.000 Euro. 85 Prozent des produzierten Stroms einer kleinen Anlage mit einer Maximalleistung von zehn Kilowatt werden ins Netz eingespeist und seit dem 1. Mai allerdings nur noch mit 19,35 Cent vergütet. Die restlichen 15 Prozent muss der Besitzer selbst verbrauchen. Das ist für einen Haushalt eine erreichbare Marke, denn der Kühlschrank oder die Waschmaschine laufen auch unabhängig vom Wetter und der Sonnenscheindauer. Bei einem aktuellen Strompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde spart man mehr Geld, als die Einspeisung einbringt. Wer Solarstrom selbst nutzt, profitiert damit besonders stark von der Einspeisevergütung. In 20 Jahren können mit einer Standard-Photovoltaikanlage rund 20.000 Euro hinzuverdient werden.

Zu beachten ist allerdings, dass nicht jedes Dach für eine Solaranlage gleich gut geeignet ist. Ideal sind Dächer mit einer Südausrichtung und einer Neigung von rund 30 Grad - und am besten in einer sonnenreichen Gegend. Die Modulpreise sind bereits im vergangenen Jahr um nahezu die Hälfte gesunken. Die gesetzlichen Neuregelungen sorgen dafür, dass die Preise in den kommenden Wochen weiterhin fallen. Interessierte Eigenheimbesitzer sollten daher möglichst viele Angebote einholen und sich nicht unter Druck setzen lassen. Je nach Preis und geografischen Bedingungen schwanken die Erträge zwischen fünf bis zehn Prozent. Mit einem geeigneten Dach und einem fairen Anlagenpreis können dennoch hohe Renditen mit geringem Risiko erzielt werden.

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