Angemerkt: Soldatin

Jetzt also doch. Erst Offenbach die Treue schwören und trotzdem den Abflug machen. Kennt man ja von den Politikern, bloß nicht zu viel auf deren Wort geben. Von Thomas Kirstein

Es wäre aber ungerecht, hinter Birgit Simons Dementi-Zurücknahme mangelnde Verlässlichkeit oder Wankelmut zu vermuten. Das hieße einer Bürgermeisterin Unrecht tun, deren Wirken besonders als Sozial- und Umweltdezernentin über Parteigrenzen anerkannt ist.

Als sie am 6. Januar versicherte, den Posten beim Regionalverband ablehnen zu wollen, meinte sie’s sicher ernst. Aber sie unterschätzte zu diesem Zeitpunkt den sich verstärkenden Druck der Partei, der sie die bisherige Position zu verdanken hat: Und wenn’s die Personalnot der dank bundesweiter Erfolge in selbige geratenen Grünen gebietet, marschiert eine brave Soldatin letztlich doch.

Der mächtige Parteifreund Tarek Al-Wazir, Offenbacher und Landesvorsitzender, hat seine Überzeugungskraft gegenüber der Wunschkandidatin zu nutzen gewusst.

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Simon macht's jetzt doch

In Offenbach, wo jetzt bis zu drei bezahlte Magistratsposten neu zu vergeben sind, wird jetzt erstmal betont, dass sich eigentlich nichts ändere. SPD und Grüne bleiben bei ihren Ansprüchen, weiterhin beziehungsweise künftig doppelt vertreten zu sein. Das große Bündnis für Offenbach jedenfalls, das sich (SPD-)Oberbürgermeister und CDU erträumen, wird durch Simons Abschied allein erstmal nicht wahrscheinlicher.

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