Sommer in Offenbach

Und es geht noch heißer!

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Offenbach - Freitagvormittag, die Sonne knallt ungehindert auf Offenbach, die Lufttemperatur steigt über die 30-Grad-Marke – und es wird noch heißer an diesem Tag. Wer kann, sucht Eisdielen, Baggerseen und Grünanlagen auf. Hauptsache, sich irgendwie abkühlen. Von Ronny Paul und Fedor Besseler

Pech, wer keinen Urlaub hat und im Büro sitzt. Denn längst nicht alle dürfen sich über einen klimatisierten Arbeitsplatz freuen. Hoffnung auf Hitzefrei können sich grundsätzlich nur Lehrer machen, die sind aber ohnehin in den Ferien. Ein Recht auf Arbeitsfrei gibt es nicht. Auch dürfen sich nur wenige Angestellte so luftig kleiden, als wären sie am Badesee. Arbeitgeber müssen jedoch darauf achten, dass das Büro nicht zur Sauna wird. Die Arbeitsstättenregelung sieht vor, dass Räume auf eine erträgliche Temperatur (maximal 26 Grad) herunterzukühlen sind. An heißen Sommertagen müssen Beschäftigte aber auch mal Temperaturen von bis zu 35 Grad hinnehmen. Dann jedoch gilt es, direkte Sonneneinstrahlung etwa durch Jalousien zu verhindern. Allein Schwangere, stillende Mütter oder Mitarbeiter mit nachgewiesenen gesundheitlichen Problemen haben mitunter ein Recht auf Freistellung an extrem heißen Tagen.

Sie zählen nicht zu dieser Gruppe? Dann denken Sie an diejenigen, die es noch heißer haben. Wir haben Arbeitsplätze aufgesucht, die nicht nur nicht gekühlt sind, sondern oft genug noch heißer sind als die Luft draußen. Bei einem Gang durch die Stadt erkennt man schnell, welche Berufstätigen besonders unter der Sommerhitze leiden.

Der Paketzulieferer etwa kann sich zwar meist über eine Klimaanlage in seinem Fahrzeug glücklich schätzen, muss aber trotzdem im Schnitt 120 Pakete pro Tag an den Kunden ausliefern. Im fünften Stock angekommen, tropft da schon mal die eine oder andere Schweißperle zusätzlich von der Stirn.

An anderer Stelle trifft man auf Tiefbauer Selami Erdogan beim Verlegen von Stromleitungen auf der Stadthof-Baustelle vor dem Rathaus. Der 52-Jährige ist in ein luftiges Unterhemd gekleidet und freut sich über eine kleine Wolkendecke am Himmel, die ihm zwischen Sonneneinstrahlung und Baggerabgasen einen Hauch von Abkühlung verschafft. Für Selami heißt es zur Zeit: Augen zu und durch. „Die Arbeit muss ja gemacht werden“, erklärt er und denkt wohl insgeheim schon an die kalte Dusche daheim.

Taxifahrer Dieter W. dagegen darf sich schon mal eine Auszeit nehmen und die Beine am Bürgeler Bootshaus ins erfrischende Nass des Mains hängen. Handtuch und Wechselshirts hat er immer dabei. „Das wichtigste bei der Hitze ist: Wasser, Wasser, Wasser! Und wenn es dann doch unerträglich wird, dann mach ich früher Feierabend. Ich will ja nicht tot umfallen.“

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