Sommerfest am Ostpol-Gründercampus

Kreativen Appetit gemacht

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Bei Weißwein, Bier, Säften und einem reichhaltigen Buffet trafen sich die Offenbacher Unternehmer am Ostpol, um sich auszutauschen.

Offenbach - Ein Fest, bei dem sich alle begegnen: Jung- Unternehmer und alte Hasen können sich alle Jahre wieder beim Sommerfest der Kreativwirtschaft austauschen und voneinander lernen. Von Rebecca Röhrich

Auch die Hoffnung auf eine Erweiterung des Ostpols wurde an diesem Abend von Oberbürgermeister Horst Schneider genährt. „Im Mathildenviertel schlägt Offenbachs kreatives Herz.“ Mit diesen schmeichelnden Worten eröffnet Oberbürgermeister Horst Schneider das Sommerfest der Kreativwirtschaft am Ostpol-Gründercampus. Und so manches kreative Herz hat bei der darauf folgenden Ankündigung des OB noch höher geschlagen: Schneider geht auch auf die laufenden Verhandlungen der Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBO) mit dem Grundstückeigentümer des ehemaligen Allessa-Geländes ein. Sind die erfolgreich, sollen dort weitere Räume für Gründer, Kreative und Start-up-Unternehmen entstehen.

Der Herzschlag der Anwesenden ist aber schnell wieder normalisiert; denn konkret wird Schneider nicht. Auch nach Informationen der Offenbach-Post stocken die Verhandlungen momentan. Aber Schneider gibt sich optimistisch. „Ich möchte Ihnen heute Appetit machen: In diesem Jahrzehnt wird noch viel passieren!“ Den Appetit nach Konkretem können die kleinen, mittleren und großen Unternehmen, die sich an dem angenehm temperierten Sommerabend zusammenfinden, mit einem regen Austausch untereinander stillen. Das Abendprogramm sorgt zudem für das eine oder andere informative Schmankerl.

So bietet die Veranstaltung der Stadt auch Rüstzeug für Verhandlungssituation an, vor denen sich vor allem junge Unternehmer fürchten. Anja Henningsmeyer, Geschäftsführerin der Hessischen Film- und Medienakademie, erläutert anhand der US-Fernsehserie „House of Cards“, welche Strategie bei Verhandlungen am besten funktioniert. „Verhandeln tun sie täglich, ohne es zu merken“, erklärt Henningsmeyer dem Publikum, das die Stühle des Quartierssaals vollständig besetzt. Für eine erfolgreiche Verhandlung sei es wichtig, auf die persönlichen Bedürfnisse des Gegenübers einzugehen. Deshalb sei es gut, ihn zu kennen.

Henningsmeyer betont die Bedeutung sozialer Bedürfnisse wie Fairness, Sicherheit oder Status, denen auch in der Hirnforschung immer mehr Relevanz zugesprochen werde. Im interaktiven Teil, als die Zuhörer Filmszenen mit ihrem Sitznachbarn besprechen sollen, macht das Publikum bereitwillig mit. So mancher dürfte beim anschließenden Glas Wein die angestoßene Unterhaltung fortgesetzt haben. „Wir versuchen immer etwas Ungewöhnliches zu bieten“, sagt Jürgen Amberger, Leiter der Wirtschaftsförderung. Als das Sommerfest vor acht Jahren erstmals veranstaltet wurde, habe er interessante Unternehmen oder Menschen für Vorträge oder Ausstellungen gewinnen können. Mittlerweile kämen die Angebote von allein.

„Wir wollen mit unserem Sommerfest vor allem erreichen, dass Unternehmer und Künstler sich austauschen“, sagt Amberger. Und tatsächlich: An den weißen Stehtischen unter den weißen Sonnenschirmen durchmischen sich fortwährend die Gäste. So finden die Fotografin Petra Bruder und Carola Baumgarten zusammen, die eine Eventagentur in Offenbach betreibt. „Aufträge kann man weniger an Land ziehen“, sagt Baumgarten. Aber das Sommerfest sei eine gute Gelegenheit, ins Gespräch mit anderen Unternehmern zu kommen. „Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Auch Aspekte seiner Tätigkeit, mit denen man sich noch nicht so beschäftigt hat“, findet Christa Goede, selbstständige Texterin. Sagt sie und verschwindet in der Menge plaudernder Menschen. Den Vortrag über Kommunikation mit Film im Web 2.0 will sich die erfahrene Unternehmerin nicht entgehen lassen.

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