Sondersynode entscheidet über Eingliederung

Dekanat beklagt eine „indiskutable Wortwahl“

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Offenbach - Am Main rücken die Nachbarn enger zusammen – erst in Bauprojekten, nun in Kirchenfragen. Von Claudia Pfannemüller

Ob das Evangelische Dekanat Offenbach ab 2019 zum Frankfurter Stadtdekanat gehören wird, darüber beschließt in der kommenden Woche die Kirchensynode der  Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die lokale Dekanatssynode kam zusammen, um über die geplante Zuordnung zu Frankfurt zu diskutieren. Bereits im Frühjahr tagte die Landeskirche und beriet in erster Lesung das Gesetz zur Neuordnung der Dekanate. Da war unklar, ob Offenbach mit dem Landkreis oder mit Frankfurt fusionieren solle. Der Wortlaut des nun vorliegenden Kirchengesetzes ist unmissverständlich: „Die Kirchengemeinden des Dekanats Offenbach werden mit Wirkung vom 1. Januar 2019 dem Stadtdekanat Frankfurt am Main eingegliedert.“

Der Verwaltungsausschuss der Kirchensynode hatte zuvor Delegierte gehört. Die Offenbacher brachten dabei ihren Willen zum Ausdruck, mit Frankfurt zu fusionieren. Ein so kleines Dekanat wie Offenbach mit 21.000 Mitgliedern könne nicht allein bleiben. Es sei künftig kaum noch handlungsfähig. „Ein Zusammengehen mit Frankfurt sei aufgrund der städtischen Strukturen beider Dekanate die sinnvollste Variante“, argumentierte Dekanin Eva Reiß.

Die lokalen Synodalen, die in der Vergangenheit grünes Licht für ein Zusammengehen mit Frankfurt gegeben hatten, zeigten sich dennoch verwundert darüber, dass es im Vorfeld kaum Zeit für Gespräche mit den dortigen Dekanaten gegeben habe. Angela Sluyter sagte, es sei ein Novum in der Landeskirche, dass solch eine weitreichende Entscheidung ohne Zustimmung der Synodalen des Offenbacher Dekanats getroffen worden sei. Sie plädierte dafür, den Frankfurtern auf Augenhöhe zu begegnen.

Einig waren sich die Synodalen in ihrer Kritik des Wortes „Auflösung“ im Gesetzestext. „Diese Wortwahl ist völlig indiskutabel“, argumentierte der Vorsitzende des Bieberer Kirchenvorstands, Peter Kreuzer. Er forderte die Offenbacher auf, sich als kleiner Partner lautstark zu Wort zu melden.

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Pfarrerin Anja Harzke, die das Dekanat ebenfalls als Kirchensynodale vertritt, berichtete über Korrekturen am Gesetzestext. So sollen für eine Übergangszeit drei statt zwei Mitglieder des Offenbacher Dekanatssynodalvorstandes im Vorstand des Frankfurter Stadtdekanats vertreten sein. Wie der künftige Name des Großdekanats Frankfurt-Offenbach laute, sei völlig offen. Pfarrerin Harzke machte den Offenbachern Mut, in den Verhandlungen für ihre Identität und ihren Namen einzustehen.

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