Sonnenschein darf weiter fahren

Offenbach - Die Firma Schulbusse Sonnenschein soll weiter rund 330 Behinderte zur Werkstätte im Hainbachtal und wieder nach Hause fahren. Nach einem Gespräch mit Verantwortlichen des Busunternehmens steht für Hans-Joachim Uecker, Geschäftsführer der AWO-Werkstätten, einer Zusammenarbeit nichts im Weg. Von Alexander Koffka

„Wir haben das geprüft, die Situation ist für uns in Ordnung.“ Für weitere Angaben verwies Uecker auf eine Pressemitteilung der Firma Sonnenschein. In dieser verwahrt sich die auf dem AWO-Gelände ansässige Firma gegen den Vorwurf, Fahrer zu Dumping löhnen zu beschäftigen. Der tatsächlich gezahlte Stundenlohn sei „wesentlich höher“ als 2,50 Euro. „In den Medien ist ein Einzelfall hochgespielt worden.“ Bei einem früheren Mitarbeiter habe sich „aufgrund angefallener Überstunden ein extrem niedriger Stundenlohn ergeben“. Der Mitarbeiter habe es versäumt, seinen Arbeitgeber darauf anzusprechen. „Er zog es vor, seinen Arbeitgeber zu verklagen.“ Schulbusse Sonnenschein zwinge niemanden, Überstunden zu leisten.

Jonas Sudhoff, stellvertretender Leiter der Offenbacher Sonnenschein-Niederlassung, kündigte an, es würden nun alle Routen abgefahren, um den Zeitaufwand der Fahrer zu ermitteln und einen Stundenlohn zu berechnen. Vor einigen Monaten hatte der derzeit erkrankte Niederlassungsleiter Siegfried Bieber von einem durchschnittlichen Stundenlohn in Höhe von 6 Euro gesprochen, den die Fahrer erhielten.

Sudhoff sagte gestern, es sei der Firma Sonnenschein sehr an der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für die Branche gelegen. Da andere Busunternehmen zum Teil weit niedrigere Löhne zahlten, lasse der Wettbewerb eine bessere Bezahlung sonst nicht zu. Die Sonnenschein-Geschäftsleitung werde zudem prüfen, ob es in weiteren Fällen durch Überstunden zu extrem niedrigen Stundenlöhnen gekommen ist. Umstrukturierungen sollen das künftig vermeiden.

Einer früheren Pressemitteilung zufolge hat die Offenbacher Sonnenschein-Niederlassung im Jahr 2007 keinen Gewinn gemacht. In Anbetracht leerer öffentlicher Kassen spare das Land bei der Beförderung der Behinderten. Diesen Sparkurs bestätigte Rudi Schell, Pressesprecher der Werkstätten Hainbachtal gGmbH. Deswegen sei der eigene Fahrdienst der Werkstätten 2005 aufgelöst worden.

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