Sorge um Asbestbelastung

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Hinter der Verabschiedung ist das mit Asbest belastete Gebäude der Käthe-Kollwitz-Schule zu sehen.

Offenbach ‐ Die Stadt hat die sanierungsbedürftige Käthe-Kollwitz-Schule aus dem ÖPP-Verfahren herausgestrichen und bringt sie - weil's kostengünstiger ist - nun selbst auf Vordermann. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält das für bedenklich. Von Matthias Dahmer

Was zunächst positiv klingt, hat einen bedauerlichen Hintergrund“, sagt Michael Köditz vom GEW-Kreisvorstand. Die Fassade der Schule besteht nämlich rundum aus Asbestzementplatten. Darüber hinaus wurden auch in Bodenbelägen Asbestfasern gefunden. Die Privatfirmen, die sich im ÖPP-Verfahren um Sanierung und Betrieb der Schulen beworben haben, so Köditz weiter, wollten aus Gründen der Wärmedämmung, aber auch, weil sie anschließend die Gebäude 15 Jahre bewirtschaften und die Verantwortung dafür tragen müssen, die Asbestplatten und alle Bodenbeläge entfernen. Köditz: „Das war der Stadt zu teuer. Nun sollen die Asbestplatten bleiben.

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß sieht darin kein Problem. Der gebundene Asbest, das hat ihm das Gesundheitsamt versichert, stellt keine Gefahr dar und muss deshalb auch nicht ausgetauscht werden. Weiß: „Das gibt es an vielen Schulen nicht nur in Offenbach.“ Im Übrigen, gibt er zu Bedenken, werden in die Bestandssanierung der Kollwitz-Schule 8,4 Millionen Euro gesteckt, mehr als in die meisten anderen Schulen.

Sofortige umfassende Sanierung der Schule gefordert

Dem Argument der Stadt, in den Platten sei der Asbest sicher gebunden, will GEW-Sprecher Köditz nicht folgen. Asbestzementplatten verlieren nach rund 30 Jahren ihre Bindungskraft und verwittern, so dass die Gefahr besteht, dass Asbest freigesetzt wird, sagt er und fordert die sofortige umfassende Sanierung der Kollwitz-Schule und die Entsorgung aller betroffenen Materialien. „Dass sich die Stadt Offenbach noch eine Asbest-Schule leistet, halten wir für eine Schande“, schimpft er.

Bedenklich ist aus Sicht des GEW-Sprechers auch, dass bei den geplanten Sanierungen ausgerechnet eine Schule auf der Strecke bleiben soll, die Angebote für Benachteiligte macht.

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