Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt informierte über das Nachschubzentrum der städtischen Kliniken in Waldhof

Sorgen wegen Verkehr durch Logistzentrum

Offenbach - (ddü) Das Logistikzentrum des Klinikums in Bieber-Waldhof hatte bereits in der frühen Planungsphase hohe Wellen geschlagen. Die Anwohner befürchteten Lärmbelästigung durch Lastkraftwagen.

Zeitweise kursierte das Gerücht, auf dem Baugrund an der Markwaldstraße solle eine große Wäscherei errichtet werden. Besorgt wurde zusätzlicher Verkehr auf der Bieberer Straße prognostiziert.

Mittlerweile ist die Planung konkreter geworden: Das Konzept hat Gestalt angenommen, und es sind erste Gutachten erstellt, während frühere Ideen wie die Ansiedlung der Wäscherei endgültig verworfen wurden.

Auf Einladung der Bieberer CDU stellte der Geschäftsführer des Klinikums, Hans-Ulrich Schmidt, am Mittwoch die Pläne für den Bau des Logistikzentrums vor und erläuterte die betriebswirtschaftliche Strategie, die hinter dem Projekt steht.

Durch die Bündelung und Zentralisierung von Dienstleistungen seien Krankenhäuser in der Lage die Kosten zu senken - beispielsweise weil sie gegenüber den Lieferanten niedrigere Preise durchsetzen können. Mit dem Kooperationsprojekt „Gourmetwerkstatt Rhein-Main-Wetterau“, das seit September vergangenen Jahres auch die Essen für das Offenbacher Klinikum liefert, habe man bereits gute Erfahrungen gemacht.

In dem Versorgungszentrum in Waldhof sollen die Materialwirtschaft und eine Großapotheke zusammengefasst werden. „Der gesamte Warenbedarf des Krankenhauses - vom Bleistift bis zum Tupfer - wird dann über das Logistikzentrum abgewickelt“, erklärte Schmidt.

Das Offenbacher Klinikum soll das Zentrum als Investor errichten, betrieben wird es dann gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern von einer Gesellschaft.

Derzeit stehen zwei Varianten für den Bau zu Auswahl: Die kleinere Lösung würde 6,5 Millionen Euro kosten. Sollte ein weiterer Investor für das Projekt gewonnen werden, wäre die großzügigere Alternative für 7,8 Millionen Euro möglich.

Hinzu kommen in beiden Fällen 1,5 Millionen Euro für die Ausstattung. Das Zentrum soll nach den bisherigen Planungen Ende 2010 in Betrieb gehen.

Hans-Ulrich Schmidt glaubt, dass sich in Zukunft zahlreiche Gesundheitszentren und Krankenhäuser von einem solchen Zentrum versorgen lassen werden.

„Es lohnt sich, das Beschaffungswesen gemeinsam zu organisieren und es gibt viele potentielle Kunden. Gerade hier im Rhein-Main-Gebiet haben wir eine sehr hohe Bettendichte“, sagte Schmidt. Die Halle soll zudem so konstruiert werden, dass sie im Bedarfsfall problemlos erweitert werden kann.

Die Waldhofer, die zu dem Gespräch in das Haus des Handwerks gekommen waren, sorgten sich vor allem um die Belastung der Anwohner. Zum genauen Verkehrsaufkommen, das das Logistikzentrum verursachen wird, wollte Schmidt am Mittwoch noch keine Angaben machen. Er versprach aber die Anlieger zu informieren, sobald die Gutachten vorlägen.

Außerdem habe man bereits bei der Planung darauf geachtet, dass die Lieferrampen auf der dem Wohngebiet abgewandten Seite des Gebäudes lägen. „Der Lärm wird sich in Grenzen halten, zumal wir dort nicht im Schichtbetrieb, sondern nur tagsüber arbeiten werden“, versprach Schmidt.

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