Sozialkonzern gut aufgestellt

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Rolf Bieber zog letztmals als AWO-Vorsitzender Jahresbilanz. Im neuen Vorstand sitzen (von links): Emmy Gros (stellvertretende Vorsitzende), Jürgen Lassig (Stellvertreter), Kurt Herrmann (neuer Vorsitzender) und Kurt Henninger (Stellvertreter).

Offenbach - (mad) Wachwechsel bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO): In der jüngsten Mitgliederversammlung wurde Kurt Herrmann für die nächsten vier Jahre zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst Rolf Bieber ab, der acht Jahre der Wohlfahrtsorganisation vorstand.

Herrmann, ehemaliger Direktor eines großen deutschen Handelskonzerns, hat bereits den Kreisverband als Revisor begleitet. Seine Stellvertreter sind künftig Kurt Henninger, Emma Gross und Jürgen Lassig. Als Beisitzer ergänzen den neuen Vorstand Armin Bayer, Brigitte Koenen, Abdelkader Rafoud, Heinz Schüle, Patricia Stein, Gabriele Wöllstein und Jörg Wruck. Als Revisoren fungieren Harald Habermann, Dr. Enno Knobel und Peter Müllergross.

Rolf Bieber wies in seinem letzten Jahresbericht auf die positive Entwicklung des AWO- Kreisverbands und seiner Tochtergesellschaft, der Werkstätten Hainbachtal gGmbH, hin. Beim „Sozialkonzern im Hainbachtal“ sind fast 300 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 50 ehrenamtliche, mit denen rund 3000 Klienten betreut werden. Getragen wird die Organisation von 850 Mitgliedern.

Bieber berichtete von einer nicht immer einheitlichen Entwicklung. Während beispielsweise die Anzahl der Mitarbeiter mit Behinderung im letzten Jahrzehnt um 25 Prozent auf 650 angestiegen ist, schrumpfte der Absatz von Essen-auf-Rädern im gleichen Zeitraum um vierzig Prozent.

Der Kreisverband und seine Tochtergesellschaft verfügen über ein Eigenkapital von fast sieben Millionen Euro. Der scheidende Vorsitzende führte diese Entwicklung auf mehr Professionalität und unternehmerisches Handeln zurück, das in Zukunft noch stärker gefragt sei, da auch die Wohlfahrtsorganisationen mehr und mehr dem Wettbewerb unterlägen.

Reorganisation des Altenpflegedienstes

Bieber sieht gerade in der Altenpflege ein Feld mit hohen Wachstumsraten. Um den Pflegedienst finanzieren zu können, müsste er indes dringend reorganisiert werden.

Um die räumlichen und technischen Voraussetzungen für die Beschäftigung behinderter Menschen den steigenden Ansprüchen anzupassen, sind in den vergangenen Jahren eine Zweigstelle der Reha-Werkstatt in Dietzenbach (2005), der Lebensmittel-CAP-Markt in Obertshausen (2006) und Zweigwerkstätten in Rödermark (2008) und in Mühlheim (2009) entstanden.

Die beiden letztgenannten sind befristete Provisorien für die Zeit, in der die Hauptwerkstatt im Hainbachtal mit einem Kostenaufwand von 4,5 Millionen Euro saniert wird. Zum Arbeitsplatzangebot der AWO gehört zudem die Dependance des Waldcafés, das vor wenigen Wochen eröffnete Stadtcafé im Büsingpark.

Zwei Themen, so Bieber, konnten vom alten Vorstand nicht mehr abschließend geregelt werden: Zum einen den tariflosen Zustand für die AWO-Mitarbeiter. Zum anderen - als Reaktion auf Urteile des Bundesfinanzhofs - die Berufung des Geschäftsführers der Werkstätten Hainbachtal, Hans-Joachim Uecker, zum Geschäftsführer des Kreisverbandes.

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