Raketenwaschanlage

Offenbach - Wie eine Rakete in der Waschanlage sieht der Spargel in der Spargelschälmaschine aus. Die weiße Stange düst auf einem Förderband durch einen kleinen Messerwald und plumpst am Ende, von der Schale befreit, ins Wasserbad. Von Katharina Hempel

Schon vorher kriegt der Spargel in der Maschine Wasser immer wieder ab. „Er wird besprüht, damit er nicht so leicht zerbricht“, erklärt Marktbeschickerin Hildegard Höhl.

Heute transportiert sie ihre Maschine von ihrem Hof in Griesheim bei Darmstadt auf den Offenbacher Wilhelmsplatz. Ihre Kunden können zugucken, wie der Spargel in der Maschine seine Schale verliert, und das Gemüse anschließend ohne Pelle mit nach Hause nehmen. „Das Schälen ist kostenlos, aber ich stelle eine Spendenbox auf. Der Erlös kommt dem Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrum zugute“, verrät Höhl.

Während die Spargelverkäuferin von der Maschine erzählt, bringt eine Kundin einen Handschäler zur Kasse. Wie ein U sieht er aus, das offene Ende wird von der Klinge zusammengehalten. „Zack, zack, und der Spargel ist fertig“, begründet sie ihre Schälerwahl.

Sehr beliebt ist dieser Schäler auch bei den Kunden von Stefan Mieth, der auf dem Wochenmarkt Produkte der Natur für Körper, Küche und Haushalt anbietet. „Der Rexschäler wurde in der Schweiz erfunden, ist im Original aus Aluminium und hat eine querstehende Pendelklinge. Dadurch können ihn Links- und Rechtshänder benutzen“, berichtet der Rodgauer.

Neue Generation der Spargelschäler

In seinem Sortiment finden sich auch längliche Schäler mit Holzgriff und feststehender Klinge – einfach und doppelt. Mieths Favorit ist jedoch der Famosschäler. Der ist aus Edelstahl, erinnert an ein chirurgisches Instrument, und mit seiner „Haifischflosse“ lassen sich Augen aus dem Gemüse entfernen. „Das Original hat Schrauben, um die Klinge auswechseln zu können. So muss man sich nicht immer wieder einen neuen Schäler kaufen“, so Kenner Mieth. Er fügt hinzu: „Als ich Koch gelernt habe, konnte ich damit den Inhalt einer Kiste in zehn Minuten schälen. Das sind etwa zehn Kilo.“ Dafür legte Mieth den Spargel auf einen Topf, hielt die Gemüsestange am Kopfende fest, drehte sie langsam und schälte dabei von sich weg.

Eine neue Generation der Spargelschäler hat das WMF-Geschäft an der Großen Marktstraße in seiner Auslage: Schälzangen, die an einer oder zwei Seiten eine Klinge haben. Dazwischen wird die Gemüsestange geklemmt – fertig. „Ich komme mit dem einseitigen besser zurecht, aber mit dem doppelten ist der Spargel nach drei Zügen geschält“, berichtet die Verkäuferin. Ist die Spargelzeit vorbei, lassen sich Möhren damit schälen.

Rubriklistenbild: © Georg

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