Sparkasse Offenbach hängt Konkurrenten ab

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Sparkassen-Chef Guido Braun (rechts) und Vorstandsmitglied Werner Schwind freuen sich über den Preis.

Offenbach - „Das ist nicht unsere Kernkompetenz“, betonte Guido Braun. Umso stolzer ist der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse auf die kürzlich errungene Auszeichnung. Von Marc Kuhn

Das Offenbacher Institut hat den ersten Platz für seine E-Mail-Beratung erzielt. Es setzte sich bei der Studie der Deutschen Mittelstandsinformatik (DMI) immerhin gegen insgesamt 570 Sparkassen in Deutschland und Österreich sowie gegen österreichische Genossenschaftsbanken und Direktbanken durch. Das breite Feld der Konkurrenten sei ein „ganz guter Mix“ gewesen, meinte Werner Schwind, Vorstandsmitglied der Sparkasse Offenbach.

Er habe erwartet, dass beim Thema E-Mail-Beratung die Direktbanken vorne liegen, sagte Braun unserer Zeitung. Der Erfolg seines Hauses zeige, „dass wir auf einem guten Weg im Verhalten gegenüber dem Kunden sind“. Die Sparkasse sei eine Regionalbank, die Wert auf persönlichen Kontakt zu den Kunden lege. „Unser Schwerpunkt liegt nicht im Internet-Banking“, erläuterte Braun. E-Mail-Anfragen würden ebenso wie andere Kontakte behandelt. „Wir haben die Qualität schlicht übertragen.“

Von einem „ganz tollen Ergebnis für die Sparkasse Offenbach“, spricht Christian Speck von DMI. Sie sei mit Abstand die beste Sparkasse.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung ist nach den Worten von Braun gewesen, dass eingehende Mails schnell beantwortet wurden. Man habe sich auch mit der Qualität der Antworten „von der Masse abheben“ können. Zudem habe die „Individualisierung des Angebots“ eine wichtige Rolle gespielt.

Die Sparkasse Offenbach hat aber auch Lehren aus der Studie gezogen. So sollten seine Mitarbeiter künftig „stärker nachfassen“, wenn die Antwort eines Kunden auf sich warten lasse, erklärte Braun.

Generell sieht die Deutsche Mittelstandsinformatik noch Verbesserungspotenzial beim Thema E-Mail-Beratung. Schließlich würde jede sechste deutsche Bank entsprechende Anfragen nicht beantworten, hieß es. Und nur in 25 Prozent der Fälle würden die Geldhäuser Angebote unterbreiten.

Alarmierende Ergebnisse angesichts der zunehmenden Bedeutung dieses Bereichs. Jeder dritte Deutsche würde bereits Online-Banking nutzen, schrieben DMI-Experte Speck und sein Kollege Matthias Schäfer in den Betriebswirtschaftlichen Blättern. Jeder Fünfte könne sich vorstellen, einen Sparvertrag im Internet abzuschließen. Viele Sparkassen seien aber auf die verstärkte Verlagerung der Dienstleistungen ins Netz noch nicht vorbereitet.

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