Sparzwang macht das Wohnen teurer

Offenbach - Offenbach, Dietzenbach und Rödermark langen richtig hin, spannen ihre Bewohner ein, um unter den Schutzschirm des Landes schlüpfen zu können.

Um sich ihren Sparzielen anzunähern, verteuern sie das Wohnen, indem sie die auf Mieter umlegbare Grundsteuer B (für bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude) nach oben schrauben. In Dietzenbach springt der Hebesatz von 330 auf 500 Prozentpunkte. Das ist landesweit Spitze. Offenbach wird folgen. Dort sollen es nach dem Haushaltsentwurf ebenfalls 500 Punkte werden; seit 2011 gelten 430, nachdem man sich 25 Jahre lang mit 400 begnügte. Rödermark geht von 330 auf 450 Prozentpunkte.

Berechnungsgrundlage ist der vom Finanzamt festgelegte Einheitswert jeder Liegenschaft. Zur Orientierung bei den Auswirkungen: Für ein 60er-Jahre-Haus in Bürgel mit zwei 70-Quadratmeter-Wohnungen sind derzeit 550 Euro zu zahlen, nach Anhebung 90 Euro mehr. Besitzer moderner Offenbacher Reihenhäuser können mit 110 Euro mehr belastet werden. Ein Dietzenbacher Beispiel-Einfamilienhaus verteuert sich von 316 auf 465 Euro.

Jährliche Mehreinnahmen im Millionen-Bereich

Dietzenbach verspricht sich jährliche Mehreinnahmen von zwei Millionen Euro, Offenbach von drei. Oberbürgermeister Horst Schneider weist auf regionale Diskrepanzen hin, die den Wettbewerb unter den Kommunen verzerrten. Das reiche Eschborn könne sich wenig mehr als 200 Prozentpunkte und dazu eine Dumping-Gewerbesteuer leisten. Er fordert abgesprochene Mindeststeuersätze.

Fraglich ist, ob mit 500 Punkten das Ende einer Fahnenstange erreicht ist. Es gibt Hinweise aus Wiesbaden, dass man in Hessen noch weit von Berlin entfernt sei, wo 810 Prozentpunkte zu Buche schlagen.

tk

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