Den Spaß an der Lektüre mit anderen geteilt

Sie machten es nach Ansicht der Jury am besten: Lara Alkaç (hinten) von der Albert-Schweitzer-Schule setzte sich bei den Real- und Gesamtschülern sowie Gymnasiasten durch. In der Kategorie der Hauptschüler siegte Nermin Kolasinac (vorn) von der Erich-Kästner-Schule. Bei den Förderschülern überzeugte Berken Karahan von der Ludwig-Dern-Schule. Foto: Bernd Georg

Offenbach - Zaubern können Offenbachs Sechstklässler vielleicht nicht, aber das Übersinnliche hat’s ihnen angetan. Wunschfee, Hexe und Vampire bevölkern die Lektüre, die sie sich für den Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels ausgesucht haben. Geradezu magisch zieht ihr Vortrag Eltern und Freunde in den Bann.

Unter dem Dach des Bücherturms, wo die Schulsieger den Gewinner auf der Stadtebene unter sich ausmachen, ist die Spannung mit Händen zu greifen.

Ganz unbefangen können zwei ins Rennen gehen: Berken Karahan und Nermin Kolasinac sind in ihrer jeweiligen Kategorie konkurrenzlos. Das hindert die Ludwig-Dern-Schülerin und den Erich-Kästner-Schüler aber nicht daran, alles zu geben. Mit viel Witz schildert Berken die Hausaufgaben-Bewältigung von Hexe Lilli, erfunden von dem Autor Knister. Und Nermin zeigt in einer coolen Geschichte aus der Skaterszene keine Angst vor englischen Namen. Siegerin der Förder- und Sieger der Hauptschulen stehen fest.

Ganz eng geht es bei Gymnasiasten, Real- und Gesamtschülern zu. Wer kann’s am besten: Lara Alkaç (Albert-Schweitzer-Schule), die mit viel Humor von zwei Vampir schwestern erzählt? Oder Theo Chameroy (Rudolf-Koch-Schule), der den Klassiker „Der geheime Garten“ vorstellt? Alicia Euler (Marienschule), die charmant und selbstbewusst Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ erweckt? Oder Celina Holzdörfer (Ernst-Reuter-Schule), die lebhaft die Zweifel der Heldin Philippa beschreibt?

Da ist Samira Tara Menger (Schillerschule), die mit starkem Ausdruck aus Isabel Allendes „Stadt der wilden Götter“ vorträgt. Auch Marija Mijakic (Bachschule), die so temperamentvoll wie vielseitig „1000 Gründe, sich (nicht) zu verlieben“ darlegt. Weiter Ester Savoca (Edith-Stein-Schule), deren Stärke die direkte Rede ist. Und Maximilian Schepp (Leibnizschule), der mit Stevensons „Schatzinsel“ die Bandbreite vom Flüstern bis zum Schrei abdeckt.

Lesetechnik und Gestaltung sind danach an unbekannten Texten zu beweisen, die Helma Fischer allen Kindern vorlegt. Die Buchhändlerin, die manchem Kandidaten seine Nervosität nehmen kann, bringt es auf den Punkt: Um ihre Aufgabe sind die Juroren nicht zu beneiden...

Konstanze Schneider (Lehrerin und Schulleiterin), Claudia D’Amico (Schulbibliothekarische Arbeitsstelle), Juliane Mückenhaupt (Buchladen am Markt), Eva Dietrich (Steinmetz’sche Buchhandlung), Bernhard Behringer (Ketteler-Buchhandlung) und Markus Terharn (Redakteur dieser Zeitung) lassen sich Zeit, bis sie die Entscheidung verkünden: Lara Alkaç vertritt Offenbach auf der nächsten Ebene! Sie und die beiden anderen Erstplatzierten bekommen außer Buch sowie Teilnahme- eine Siegerurkunde und einen Bücherscheck. Ihnen wünscht Schneider Erfolg – allen übrigen, dass sie den Spaß am Lesen behalten.

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