Spatenstich

Schnuller für Nachwelt

+
Projektleiter Karl Heusel, Kurt Herrmann, Vorstandsvorsitzender des AWO-Kreisverbands Offenbach, und Hans Jürgen Best, Geschäftsführer der Werkstätten Hainbachtal, füllen die Zeitkapsel. Unter anderem mit Schnullern – passend zur U3-Betreuung.

Offenbach - Eine Tagesstätte mit 48 Plätzen für Kinder unter drei Jahren bauen die Werkstätten Hainbachtal auf dem Gelände der früheren Verkaufsgärtnerei. Für die Stadt wichtig, um sich den Betreuungzielen zu nähern. Von Veronika Schade

Eingeladen war zum Spatenstich. So staunen die Gäste nicht schlecht, als sie einen fast fertigen Rohbau betreten. Wo sich früher Gewächshäuser der Verkaufsgärtnerei der Werkstätten Hainbachtal befanden, entsteht eine Tagesstätte für Kinder unter drei Jahren. In nicht mal drei Wochen wurde der bisherige Bau errichtet. „Die Geschwindigkeit hat uns selbst überrascht“, freut sich Sprecherin Jasmin Rack. Der Zeitplan ist dennoch ehrgeizig. Bereits im Januar soll der Kita-Betrieb losgehen. Es gibt vier Gruppen mit bis zu zwölf Plätzen. Behinderte und nichtbehinderte Kinder werden gemeinsam betreut. Mehr als vier Jahre, nachdem die Verkaufsgärtnerei aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde, betreten die Werkstätten als Tochter der AWO damit völliges Neuland.

Geschäftsführer Hans Jürgen Best betont, dass man sich hinter anderen Offenbacher Einrichtungen nicht verstecken, das bestmögliche pädagogische und räumliche Konzept anbieten werde. 1,2 Millionen Euro kostet der Neubau. Die Hälfte tragen die Werkstätten, ein Zuschuss für die zweite Hälfte ist beim Land Hessen beantragt. Bürgermeister und Erziehungsdezernent Peter Schneider lobt ebenso wie Heike Habermann, Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, das „unschlagbare Freigelände“ im Hainbachtal. Dennoch habe er, als er von den Plänen erfuhr, zuerst gedacht: „Mutig, hier draußen eine Kita zu bauen.“

Forderung nach Gruppe für Kinder über drei Jahren

Vom Konzept zeigt er sich mittlerweile überzeugt und plädiert an die Verantwortlichen, flexibel zu sein und neben den U3-Gruppen eine Gruppe für Kinder über drei Jahren zu ermöglichen. „Die Bedarfe variieren je nach Auslastung der anderen Einrichtungen“, weiß Schneider. Das Gebäude besteht fast ausschließlich aus Naturstoffen. Es wird in Holzständerbauweise mit mineralischer Dämmung errichtet. So kann die Zeitkapsel zur Feier des Tages nicht eingemauert, sondern nur innen an eine Wand geklebt werden. Was die Freude nicht trübt. Zeitungen und Schnuller – passend zur Kleinkindbetreuung – kommen hinein, um die Nachwelt eines Tages an dieses Ereignis zu erinnern.

Im Dezember 2013 gab es nach Angaben der Stadt für etwa 3800 Kinder unter drei Jahren 1326 Plätze, davon 890 in entsprechenden Einrichtungen und 436 in der Tagespflege. Für die Jahre 2014 und 2015 sollen 130 beziehungsweise 100 neue Plätze in den Kitas dazukommen. Ziel ist es, 45 Prozent eines Jahrgangs in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter betreuen zu können. Nach städtischen Zahlen fehlen in diesem Jahr noch etwa 250 Plätze. Im nächsten Jahr, so heißt es dort, sollen es dann nur noch 155 sein. Auch dank der Kita im Hainbachtal.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare