Rumpenheim

„Aggressives Verhalten“: Viele Beschwerden über Obdachlosen in Schlosspark

In der Nacht schlägt der Mann sein Lager unter dem Türkischen Pavillon im Rumpenheimer Schlosspark auf. Immer wieder legen Menschen dort Lebensmittel und Kleidung für ihn ab. Gleichzeitig häufen sich aber auch die Beschwerden über sein zum Teil aggressives Auftreten.
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In der Nacht schlägt der Mann sein Lager unter dem Türkischen Pavillon im Rumpenheimer Schlosspark auf. Immer wieder legen Menschen dort Lebensmittel und Kleidung für ihn ab. Gleichzeitig häufen sich aber auch die Beschwerden über sein zum Teil aggressives Auftreten.

Viele Menschen in Offenbach beschweren sich über einen Obdachlosen im Rumpenheimer Schlosspark. Er soll sich aggressiv verhalten und sogar teilweise halbnackt herumlaufen.

Offenbach – Ein übervoller Mülleimer, Abfall auf dem Boden, Exkremente im Gebüsch und vor allem: der Mann, der immer mal wieder unten ohne im Rumpenheimer Schlosspark anzutreffen ist. Hermann Schade reicht‘s. Regelmäßig geht er gemeinsam mit seiner Frau, den beiden fünf und zwei Jahre alten Enkeltöchtern und dem Hund im Park spazieren. „Seit Juni sehen wir den Mann dort“, berichtet er. In der Nacht schlägt der Wohnungslose unter dem Türkischen Pavillon sein Lager auf, ist auch tagsüber im Schlosspark anzutreffen.

Hermann Schade hat nichts dagegen, dass sich der Mann dort aufhält und übernachtet, dass die Leute ihn mit Einkäufen und Kleidung versorgen. Aber, dass insbesondere die beiden Enkelinnen schon mehrmals dem Halbnackten begegneten, ist für ihn absolut inakzeptabel. Schon mehrfach hat er sich darum mit Beschwerden an Polizei, Ordnungsamt und sogar den Oberbürgermeister gewandt. Bislang ohne Erfolg.

„Da muss was gemacht werden“: Viele Beschwerden in Offenbach über Obdachlosen im Park

„Vom Ordnungsamt und dem Oberbürgermeister habe ich gar keine Rückmeldung erhalten, die Polizei hat immerhin angekündigt, die Sache im Auge zu behalten.“ Geändert hat sich aber bislang nichts. Erst vor wenigen Tagen waren die Schades wieder im Schlosspark unterwegs, wurden diesmal von dem Mann aggressiv angepöbelt. „Da muss doch mal was gemacht werden“, findet Hermann Schade.

Tagsüber packt der Wohnungslose sein Hab und Gut aufs Fahrrad. Bislang machte er keinen Gebrauch von der Unterstützung, die ihm angeboten wurden.

Bekannt ist die Thematik beim Ordnungsamt seit Längerem. Der stellvertretende Amtsleiter Frank Weber berichtet, es gebe immer wieder Beschwerden wegen des Mannes, der sich dort, im Rumpenheimer Schlosspark, nun seit einigen Monaten niedergelassen hat. Von Auftritten unten ohne weiß Weber zwar nichts, aber: „Er fällt wohl vor allem auch durch aggressives Verhalten gegenüber Passanten auf.“

Schon mehrmals steuerte die Stadtpolizei darum den Park an. „Die ordnungsrechtlichen Möglichkeiten sind da aber begrenzt“, sagt Weber. Solche Fälle seien darum immer wieder eine kommunale Herausforderung. „Zunächst einmal darf sich jeder von uns dort aufhalten, wo er möchte, auch Menschen ohne Wohnsitz, von denen sich andere womöglich gestört fühlen.“ Anders sieht es aus, wenn wie im aktuellen Fall in Rumpenheim aggressives Verhalten und Pöbeleien hinzukommen. „Wir können dann einen Platzverweis aussprechen“, sagt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter.

Aggressiver Obdachloser im Schlosspark Offenbach: Polizei weist auf Hilfsangebote hin

Bußgelder zu verhängen, das sei bei Menschen ohne Wohnsitz logischerweise wenig aussichtsreich. Grundsätzlich aber betont Frank Weber, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen Wohnsitzlose, die sich an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet aufhalten, vor allem immer wieder auf die bestehenden Hilfsangebote und Übernachtungsangebote hinweisen können und das auch tun. Insbesondere in der kälteren Jahreszeit, die auch nun wieder bevorsteht. „Das hat die Stadtpolizei auch bei dem Mann im Schlosspark bereits mehrmals gemacht.“

Gebrauch habe der bis dato allerdings nicht davon gemacht. Die Möglichkeiten der Behörden sind dann, wenn jemand partout keine Unterstützung annimmt, schnell ausgeschöpft. Seit Jahren gibt es so etwa bereits Diskussionen über eine Obdachlose, die ihr Lager an der S-Bahn-Station Marktplatz aufgeschlagen hat und Hilfe verweigert.

Dem Mann, der nun seit Wochen und Monaten im Schlosspark haust, will Frank Weber nun aber noch einmal verstärkt Aufmerksamkeit schenken: „Wir werden uns jetzt noch einmal mit der Betreuungsbehörde des Sozialamts in Verbindung setzen“, verspricht er. Die Fachleute sollen sich dann etwa ein Bild davon machen, ob der Mann überhaupt in der Lage ist, für sich zu sorgen und entsprechende Entscheidungen zu treffen. „Außerdem können ihm die Unterstützungsangebote, die es gibt, noch einmal besser aufgezeigt werden.“ (Lena Jochum)

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