Kickers Offenbach

SPD: Kein Geld für Profisport

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Auf Oberbürgermeister Horst Schneider (links, beim Spiel gegen Münster) ruhen beim OFC große Hoffnungen, allerdings geht auch die SPD auf Distanz zu den Forderungen des OFC nach öffentlicher Hilfe.

Offenbach - Nach der CDU geht auch die Offenbacher SPD auf Distanz zu den Forderungen der Offenbacher Kickers nach öffentlicher Hilfe.

Das OFC-Präsidium verlangt als städtischen Beitrag zu seinem Sanierungskonzept eine Reduzierung der Stadionmiete, die sich auf jährlich 525.000 Euro beläuft. Im Magistrat und bei der städtischen Stadiongesellschaft wird eine Stundung nicht ausgeschlossen.

„Engagement für den Profisport gehört nicht zu den kommunalen Aufgaben“, erklärt nun der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Schneider: „Die Verantwortlichen des OFC müssen die Temperatur in der Stadion-Debatte dringend herausnehmen.“ Die Stadtverordneten hätten in der Vergangenheit ausreichend deutlich gemacht, wie wichtig ihnen die Kickers seien, erinnert Schneider. Der städtische Anteil für den Stadionneubau sei eine enorme Kraftanstrengung gewesen.

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Die Stadt habe viele Herausforderungen mit immer weniger finanziellen Mitteln zu lösen, weist der Sozialdemokrat auf die Vorgaben des Schutzschirmvertrags hin. „Derzeit kann es sich die Stadt nicht einmal leisten, alle Schlaglöcher in Offenbach zu reparieren. Wie soll sie da auf zugesagte Mieteinnahmen verzichten können?“, fragt Schneider.

Er glaubt zudem nicht, dass der Regierungspräsident solche Einnahmeverluste akzeptieren würde. Denn das Engagement für einen Hauptmieter im Profisport gehöre nicht zu den kommunalen Aufgaben. Schneider: „Der Verein muss aufhören, die Verantwortung von sich weg auf die Steuerzahler zu schieben, sondern selbst nach Lösungen suchen.“ Die Bemühungen um ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München seien ein guter Anfang.

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Der Blick nach Osnabrück oder Aachen zeigt für den „leidenschaftlichen Kickers-Fan“ Schneider indes, dass Offenbach kein Einzelfall ist: „Das Problem ist systembedingt. In der 3. Liga übersteigen die Aufwendungen die erzielten Erträge.“ Die Profifußballvereine sollten mit dem DFB generell über das Konzept dieser Spielklasse nachdenken.

(tk)

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