„Mit Belastung allein gelassen“

SPD kritisiert passiven Lärmschutz

Offenbach (nn) - Die SPD lässt kein gutes Haar am angekündigten passiven Lärmschutz durch den Regionalfonds.

„Die angekündigten Gelder kommen nur wenigen Haushalten zu Gute, die meisten Lärmgeplagten der Stadt werden mit ihrer Belastung allein gelassen“, kritisiert Fraktionschef Andreas Schneider. Zudem befürchtet er, dass sich viele Haushalte im antragsberechtigen Südwesten der Stadt die Sanierungen trotz bereitgestellter Mittel nicht werden leisten können.

4350 Euro pro Wohneinheit

Die vom Regionalfonds versprochenen 4350 Euro pro Wohneinheit würden beispielsweise für die Schalldämmung einer ganzen Dachgeschosswohnung nicht ausreichen. Zum anderen könnten zwar zusätzliche Darlehen von maximal 8500 Euro pro Haushalt beantragt werden. Doch: „Ich befürchte, dass viele Haushalte diese Darlehen später nicht zurückzahlen können“, so Schneider. Zudem vermutet er, dass Privathaushalte das Geld zunächst vorschießen müssen und es erst danach beantragen können. „Ob diese dann bewilligt werden steht in den Sternen“, unkt Schneider.

Von den insgesamt 900.000 Wohneinheiten, die in der Region aus lärmmedizinischer Sicht betroffen seien, werde nun höchstens 17.300 Haushalten geholfen. „Das ist weniger als ein Tropfen auf dem heißen Stein“, meint Schneider.

Kein ausreichenden Lärmschutz für die Offenbacher

Löblich findet der Sozialdemokrat die Option, wonach die 8,9 Millionen Euro, die der Stadt direkt überwiesen werden, an Haushalte weitergegeben werden können. Doch auch das werde noch lange nicht reichen, um ausreichenden Lärmschutz für die Offenbacher zu garantieren. „In jedem Fall benötigen wir eine wirksame Antragsberatung für jene, die in ihren Wohnungen und Häusern Schallschutz installieren wollen“, so der Sozialdemokrat. Die Beratung könne möglicherweise zu festen Sprechzeiten im Rathaus oder im Stadthaus angeboten werden. „Und die Kosten dafür müsste Fraport tragen“, findet Schneider.

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Der Flughafenbetreiber werde ohnehin zu wenig in die Pflicht genommen. Von den insgesamt 265 Millionen Euro des Regionalfonds trage Fraport lediglich 15 Millionen. „Der Großteil wird von den Steuerzahlern aufgebracht“, kritisiert er. Zugleich fordert Schneider massivere Anstrengungen beim aktiven Lärmschutz: Das A und O bleibe, Flugzeuge leiser zu machen, die Flugbewegungen zu deckeln und das Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr auszuweiten.

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