Auf dem falschen Kurs

SPD ist bei Nachtflügen zerstritten

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Offenbach (mad) - Die Offenbacher Sozialdemokraten sehen die Landes-SPD beim Thema Nachtflugverbot auf dem falschen Kurs.

„So sehr uns das Wahlprogramm der hessischen SPD gefällt - beim Nachtflugverbot müssen wir widersprechen“ sagt die stellvertretende Parteivorsitzende Nadine Gersberg. In Offenbach kämpfe die SPD seit langem für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und sei enttäuscht von der Position des Landesvorstands, der sich dafür nicht einsetzen wolle.

Nach einem jüngsten Beschluss des Bezirks Hessen Süd habe man gehofft, dass sich auch der Landesverband in diesem Punkt bewegen werde. Der Bezirksparteitag habe sich nun ebenfalls für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr ausgesprochen. „Wir sind froh, dass wir mit den Frankfurtern Peter Feldmann und Mike Josef nun wichtige Mitkämpfer haben“, freut sich Gersberg. Sie kündigt an, sich auf dem Landesparteitag weiterhin für die Aufnahme einer verlängerten Nachtruhe einzusetzen.

In den kommenden Wahlkämpfen thematisiert

Das Thema Lärm müsse in den kommenden Wahlkämpfen thematisiert werden, denn sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene müssten dringend gesetzliche Regelungen zum aktiven Lärmschutz her. „Lärm wird immer mehr zu einem Thema und zwar in ganz Deutschland“, so Gersberg. Im Mittelrheintal seien es die Züge, in anderen Orten der Lkw- Durchgangsverkehr, und im Rhein-Main-Gebiet sei es massiv der Fluglärm, der die Bevölkerung belaste. „900.000 Haushalte sind im Rhein- Main-Gebiet von Fluglärm betroffen“, sagt die SPD-Politikerin.

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Ihrer Meinung nach müssen unter anderem die Fluglärmobergrenzen schrittweise gesenkt werden. Der Fluglärm gehöre ins Emmissionsschutzgesetz aufgenommen und auch eine Kerosinsteuer müsse erhoben werden.

Gersberg fordert zudem eine Deckelung der Flugbewegungen. Diese und ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr müssten auch Voraussetzung für künftige Betriebsgenehmigungen in Deutschland sein.

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