Am Sonntag wählen gehen

Yasmin Mahlow-Vollmuth: „Des Mädsche“ für die SPD

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Yasmin Mahlow-Vollmuth kandidiert für das Stadtparlament.

Offenbach - Junge Leute interessieren sich nicht für Kommunalpolitik? Wir treffen uns mit Nachwuchspolitikern, die auf den Listen für die Kommunalwahl zu finden sind. Wir fragen sie, was ihnen wichtig ist und wie sie ihre Generation erreichen möchten. Von Rebecca Röhrich

Im achten und letzten Teil unserer Serie: Yasmin Mahlow-Vollmuth von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Es ist kalt an diesem Mittwochnachmittag, das Stadion Bieberer Berg liegt verweist im Wintergrau. Aber Yasmin Mahlow-Vollmuth ist immer gern dort. Seit ihrem sechsten Lebensjahr versäumt sie kein Heimspiel der Offenbacher Kickers. „Für mich ist der Bieberer Berg ein Ort vieler Emotionen“, sagt die 29-Jährige. „Zwar nicht immer nur positiver“, fügt sie lachend hinzu, aber definitiv ein wichtiger Ort für sie als „Bieberer Mädsche“. Die junge Frau lebt seit der Geburt in Bieber und definiert sich stark über ihren Stadtteil.

Sicher ein Grund für die leidenschaftliche Karnevalistin (OKV) und Tennisspielerin (DJK Bieber), sich politisch zu engagieren. Die zahnmedizinische Fachangestellte ist stellvertretende Vorsitzende des Bieberer Ortsverbands der Sozialdemokraten. Seit 2015 ist sie Stadtverordnete und will wieder rein ins Stadtparlament – auf Platz 13 der Kandidatenliste der SPD bei der anstehenden Kommunalwahl hat sie gute Chancen. Ihre tiefe Verwurzelung in Offenbach sei aber nicht der einzige Grund für ihr Engagement, erzählt sie beim Spaziergang ums Stadion. Sie will sich für Menschen einsetzen, denen es nicht so gut geht. Für Alleinerziehende, für bessere Kinderbetreuung, für Bildungsgerechtigkeit. Zur Politik kam sie durch ihr Engagement gegen Rassismus. Als 2007 die NPD eine Kundgebung auf dem Wilhelmsplatz abhalten wollte, verhinderten die Jusos, gemeinsam mit anderen politischen Gruppen, die Pläne der Rechten.

Ein Schlüsselerlebnis für die damals 21-Jährige. „Ich habe begriffen, dass man mit Mut und Einsatz unheimlich viel erreichen kann“, erzählt Mahlow-Vollmuth. Nach der Aktion tritt sie bei den Jusos ein, wird Mitglied in der Offenbacher SPD. Gerade weil ihr Themen wie Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit wichtig sind, beobachtet sie den aktuellen Aufwind der AfD mit Sorge. Für sie ist ein Einzug der AfD ins Parlament keine Option. „Die wollen wir nicht haben!“, sagt sie entschieden, und die fröhliche Frau wird ernst.

Von Durchgefallen bis Gut: Noten für Wahlplakate

Einen Grund für den Rückenwind radikaler Parteien sieht sie in der niedrigen Wahlbeteiligung. Dagegen will die Stadtverordnete etwas tun und setzt im Wahlkampf dieses Jahr auf Hausbesuche. „Natürlich ist es schön, wenn Menschen die SPD wählen, aber uns ist es bei unseren Bürgerbesuchen vor allem wichtig, dass die Bürger überhaupt wählen“, sagt sie. Im Wahlkampf nutze sie zwar auch die sozialen Medien wie Facebook, aber gegen die Politikverdrossenheit würden die neuen Kanäle nicht unbedingt helfen. „Wenn junge Leute keine Lust haben, haben sie keine Lust“, sagt sie. Der persönliche Kontakt sei da immer noch der beste Weg. Neben ihrem Einsatz gegen Rechts, macht sich die frisch Verheiratete für Familie und Bildung stark. Kitas sollten länger geöffnet bleiben, damit beide Elternteile voll arbeiten könnten.

Yasmin Mahlow-Vollmuth beschreibt sich selbst als Optimistin und vermutet darin auch ihren politischen Erfolg. Ich höre immer wieder: „Wenn die Yasmin kommt, dann geht die Sonne auf!“, erzählt sie und freut sich sichtlich über das Kompliment. Auch was den Wahlausgang betrifft bewährt sich ihre positive Grundhaltung. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt sie und lächelt. Sie freut sich auf den Endspurt.

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