Von Flüchtlingshilfe, AWO und DRK

Spendenaufruf für Flüchtlinge: Gemeinsam gegen die Kälte

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Schon früh bildet sich eine lange Schlange an der Kleiderannahmestelle auf dem Parkplatz an der Waldstraße. Mittendrin: Oberbürgermeister Horst Schneider.

Offenbach - Viele Flüchtlinge kommen aus gemäßigten Zonen. Die wenigstens sind mit ihrer Kleidung auf Minusgrade eingestellt. Doch dank der außerordentlichen Hilfsbereitschaft der Offenbacher müssen viele von ihnen jetzt nicht mehr frieren. Von Rebecca Röhrich 

Die Stabsstelle für Flüchtlingshilfe hatte gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) um die Spende von warmen Winterjacken und Mänteln für die Flüchtlinge gebeten. Und die Offenbacher kamen in Scharen. „Eigentlich wollten wir mit der Annahme erst um 12 Uhr beginnen, aber bereits um kurz nach 11 war der Andrang so groß, dass wir früher angefangen haben“, erzählt Reinhard Knecht, Stabsstellenleiter der Flüchtlingshilfe. Er schaut ungläubig auf das Gewusel auf dem Parkplatz am Nassen Dreieck.

Es geht zu wie in einem Bienenstock. Ständig kommen neue Autos aufs Gelände an der Waldstraße gefahren. Im Kofferraum: Jacken, Mäntel, Schuhe. Abgegeben werden die Wintersachen an einem Biertisch, wo ehrenamtliche Helfer vom DRK, den Werkstätten Hainbachtal und der Stadt das Textil prüfen. Die meisten Sachen werden in Plastiksäcke gepackt und auf dem Lastwagen, den die AWO für die Aktion zur Verfügung gestellt hat, verladen. Die Hälfte der großen Ladefläche ist bereits voll.

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„Schmutzige oder beschädigte Kleidung nehmen wir nicht an“, sagt Christine Zoeller vom DRK. Aber der Haufen an Sachen, die nicht in den Lastwagen wandern, ist überschaubar. Das meiste ist ziemlich hochwertig, sogar Wintermäntel mit Pelzkragen sind dabei. Wolfgang Zizow hat ordentlich zu schleppen. Ingesamt 23 Jacken und Mäntel trägt er aus seinem Auto zur Annahmestelle. Die kalten Temperaturen in den vergangenen Tagen haben ihn davon überzeugt, sich von den Sachen zu trennen. „Bei den Minusgraden benötigen die Menschen Hilfe“, sagt er und ist wieder zu seinem Auto verschwunden.

Im Lauf der vergangenen Wochen haben die Helfer aus ihren Erfahrungen gelernt. Der Parkplatz als Annahmestelle war eine bewusste Wahl der Organisatoren. „Bei uns im DRK haben wir einfach keinen Platz, die Sachen zu lagern“, sagt Zoeller. Auch das Erstaufnahmelager am Kaiserlei habe keine Lagerkapazitäten. Der Lastwagen ist schlichtweg die praktischste Lösung.

Flüchtlingsunterkunft am Kaiserlei: Bilder

Bereits beim Spendenaufruf zeigt sich mehr Routine. So wurde diesmal um ganz bestimmte Kleidung gebeten. „Wir nehmen heute nur Winterjacken, Mäntel und Herrenschuhe an“, sagt Zoeller. Das sorgt durchaus für Ärger bei den hilfsbereiten Offenbachern, die auch Pullover und Hosen spenden wollen. „Das ist doch eine Unverschämtheit!“, sagt eine Frau, während sie unverrichteter Dinge mit ihrem Karton voller Kleidung wieder zu ihrem Wagen zurückgeht.

Die Offenbacherin Christa Goede steht mit einer Tüte warmer Winterschuhe in der Schlange. Es sind hochwertige Markenmodelle. „Ich miste jedes Jahr aus und spende die Sachen, die ich nicht mehr trage“, erzählt sie. Unter den Spendern finden sich auch bekannte Gesichter, so gibt der ehemalige Oberbürgermeister Wolfgang Reuter Leder- und Fleecejacken für die Asylsuchenden ab.

Kleidung für Flüchtlinge kann am Sonntag, 25. Oktober, auf einem Flohmarkt im Hafen 2 angeboten werden. Informationen: kontakt@hafen2.net

Bilder: Umgang mit Flüchtlingen in der Region

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