27. ökumenische Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ gestartet

Spender und Helfer gesucht

Fleißige Helfer bereiten seit dem Morgen im Gemeindesaal von Sankt Paul die Essensausgabe und die Brottüten vor. FotoS: Sommer

Offenbach – Pünktlich zum Temperatursturz am Montag hat die ökumenische Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ begonnen. VON FRANK SOMMER

Der Gemeindesaal der katholischen Kirchengemeinde Sankt Paul dient in den kommenden zwei Wochen als Anlaufpunkt für alle, die günstig ein warmes Mittagessen möchten. Im Gegensatz zu Lebensmittelausgaben ist kein Bedürftigkeitsnachweis nötig, alle Besucher sind willkommen.

„Aber bei uns gibt es mehr als nur ein warmes Essen“, sagt Pfarrer Günter Krämer, der 1993 die Aktion ins Leben rief. Wärme bedeute für die Ehrenamtlichen auch soziale Wärme. „Hier setzt man sich gemeinsam an einen Tisch und kommt miteinander ins Gespräch“, sagt er.

Mit zwei Besuchern am ersten Tag im Dezember 1993 in der Französisch-reformierten Gemeinde habe alles begonnen, erinnert sich Krämer. Inzwischen kommen pro Tag durchschnittlich 65 Besucher während des Aktionszeitraums. Im ersten Jahr hatten drei Gemeinden, die Französisch-reformierte, Sankt Paul und Luther, drei Monate den Mittagstisch angeboten – inzwischen beteiligen sich dreizehn Gemeinden, katholische, evangelische, freireligiöse und muslimische, an „Essen und Wärme“.

Auch der Aktionszeitraum wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet: Aus drei Monaten sind mittlerweile fast sechs geworden. „Eigentlich müsste es das ganze Jahr ein solches Angebot in Offenbach geben“, sagt Krämer, „der Bedarf ist jedenfalls dafür da.“

Allerdings würden die Gemeinden und die Ehrenamtlichen damit überfordert. Denn die Räumlichkeiten, die für den Mittagstisch genutzt werden, stehen in dieser Zeit den Gemeinden nicht zur Verfügung. In Sankt Paul muss etwa die morgendliche Gymnastikgruppe während des Aktionszeitraums in die Krypta ausweichen.

Krämer ist für die vielen ehrenamtlichen Helfer dankbar, die sich über Wochen engagieren. In Sankt Paul bereiten sie unter der Anleitung von Karin Helfrich und Hildegard Gattinger alles für die Essensausgabe vor: Teller und Bestecke müssen gereinigt, Brötchen aufgeschnitten und belegt werden. Die Vorbereitungen beginnen täglich um 10 Uhr, gegen 15 Uhr endet der Einsatz mit dem Aufräumen und Putzen der Räume.

Allerdings ist der Altersdurchschnitt hoch, jüngere Ehrenamtliche, die die Aktion in den kommenden Jahren tragen, werden dringend gesucht. „Als ich 1993 anfing, war ich 50 Jahre alt, der Helferkreis ist mit mir gealtert“, sagt Krämer. Zwar haben sich im vergangenen Jahr schon einige jüngere Ehrenamtliche, die unter der Woche arbeiten, an Wochenenden engagiert. Aber gerade unter der Woche wären weitere Helfer nötig, damit die Aktion auch in den kommenden Jahren gesichert ist.

Drei Bäckereien – Beck, Ködel und Ferdinands Backgenuss – spenden im Aktionszeitraum Brötchen, Brote und Kuchen. Das warme Mittagessen wird in der Offenbacher Hessewirtschaft gekocht und von Ehrenamtlichen zu den Gemeinden gebracht.

Bezahlt wird es aus Spenden, allerdings muss die Aktion in diesem Jahr gestiegenen Lebensmittelpreisen Rechnung tragen: Während die Tageskarte unverändert einen Euro kostet, muss die Zehnerkarte um 50 Cent auf acht Euro angehoben werden.

Für die vergangene Aktion waren beinahe 56 000 Euro nötig, um allen Besuchern Mittagessen und Verpflegungstüten zukommen zu lassen. Einzelpersonen oder Firmen spenden regelmäßig Geldbeträge, Vereine und Religionsgemeinschaften sammeln bei Basaren und Festen für die Aktion. „Durch die vielen Multiplikatoren in den Gemeinden in Offenbach wissen die Spender, dass ihr Geld auch wirklich bei den Bedürftigen ankommt“, sagt Krämer.

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