Spiegel des Familienlebens

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Das Team rund um die Rappel-Post: „Wurzeltrapp“ Axel Trapp mit den Herausgeberinnen Anke Fahrenholz, Katja Röder und Monika Pröse (von links) und Bürohund Aika. Heute feiern sie gemeinsam das dreijährige Bestehen der Zeitung.

Offenbach ‐ Kaum ein Kind kennt sie nicht, ob in Offenbach, Hanau oder „Drumherum“, wie es auf der Titelseite heißt - die Rappel-Post. In Schulen, Kitas, Büchereien oder im Bürgerbüro ist das kostenlose, alle zwei Monate erscheinende Familienmagazin zu finden. Von Veronika Szeherova

Das Projekt, das vor genau drei Jahren in der Rumpenheimer Werbeagentur „unikatwertvoll“ entstand, hat sich als großer Erfolg herausgestellt.

Wir begannen mit einer Auflage von 12.000 Exemplaren und sind mittlerweile bei 25.000“, sagt Monika Pröse mit Stolz. Gemeinsam mit Anke Fahrenholz und Katja Röder gibt sie das Blatt heraus, zusätzlich zu ihrer Tätigkeit in der Werbeagentur. „Zwei von uns sind selbst Mütter und wir haben uns für die Region eine Zeitung gewünscht, die speziell auf die Bedürfnisse von Familien eingeht“, erklärt sie die Ursprungsidee. Kostenlos sollte die Zeitung sein, für jeden leicht zu bekommen und „gefüllt mit wertvollen Inhalten“.

Viel Arbeitszeit und Geld investierten die drei Herausgeberinnen in die Verwirklichung ihrer Idee. Die Offenbach-Post stellte von Anfang an ihre Druckerei zur Verfügung. So erschien im Dezember 2006 die erste Ausgabe zum Thema „Kinder und Weihnachten“.

Wurzeltrapp erklärt die Natur

Von Beginn an mit dabei waren die Rubriken „Natur entdecken“ mit dem „Wurzeltrapp“ und die Wunschfee „Ria Rappel“. Personen, die es auch real gibt: „Ria Rappel“ ist im wahren Leben die Schauspielerin Susanna Jans, die für ihre Rolle in ein Feenkleid schlüpft und bei verschiedenen Anlässen mit den jungen Lesern der Kinderzeitung zusammenkommt. „Sie kann kaum noch durch die Stadt gehen, auch unverkleidet, ohne dass sie von Kindern erkannt und angesprochen wird“, erzählt Katja Röder lachend. Ähnlich geht es auch Axel Trapp, dem „Wurzeltrapp“, der Kindern in dem Magazin die Natur erklärt. In Wald und Flur ist er auf der Suche nach Tierspuren oder bemerkenswerten Pflanzenfunden anzutreffen: Erst vor kurzem hat Trapp den Verein „Erdwissen“ gegründet, um regelmäßig Naturerkundungen für die ganze Familie anzubieten.

„Wir sind komplett authentisch“

Es ist ein Ball, der sehr schön rollt“, beschreibt Anke Fahrenholz die Arbeit bei der Rappel-Post. Mittlerweile habe das Magazin einen beachtlichen Bekanntheitsgrad erreicht und es herrsche gute Kommunikation mit den Lesern. „Die Leute kommen auf uns zu, machen uns Vorschläge, regen Themen an“, so Fahrenholz. Die größten Kritiker und Helfer seien aber oft auch die eigenen Kinder: „Manchmal bringen wir unsere Kinder im Alter von vier bis elf Jahren mit ins Büro. Sie sind dann so etwas wie unsere Jury.“ Besonders auch bei der Rubrik „Rappel-Post testet“ habe sich der Nachwuchs als sehr wertvoll herausgestellt. „Die Kinder sagen ihre Meinung, wir schreiben sie“, sagt Pröse. „Wir sind komplett authentisch, denn wir erleben das Familienleben täglich hautnah live. Das merken unsere Leser.“ Darin sieht die Herausgeberin einen wesentlichen Grund für den Erfolg der Zeitung. „In den ganzen drei Jahren haben wir nur zwei negative Leserbriefe erhalten.“

Mit auch mal kritischen Themen, beispielsweise „Kinderarmut“ und „Abschied“, sind sie nah dran am Zeitgeschehen. Die Rappel-Post - eine Erfolgsgeschichte mit guter Zukunft. Sogar ein paar neue Arbeitsplätze wurden hier geschaffen. „Die Arbeit macht uns viel Spaß, wir sind ein tolles Team“, lobt Pröse.

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