Spielen will durchdacht sein

Spielplätze: Stadt investiert regelmäßig in Anlagen

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Jasmina und Laura vergnügen sich auf dem Spielplatz im Martin-Luther-Park an der Waldstraße. Um die insgesamt 86 städtischen Spiel- und Bolzplätze für ihre Nutzer möglichst attraktiv zu halten, investiert die Stadt immer wieder in Umgestaltungen und Sanierungen.

Offenbach - Offenbach ist eine junge Stadt mit vielen Kindern. Doch nicht jeder Spielplatz ist für jede Altersgruppe gleich interessant. Von Jenny Bieniek 

Damit die junge Bevölkerung in ihrer Freizeit Möglichkeiten zum Bewegen, Spielen, Toben oder auch Abhängen hat, unterhält die Stadt 86 Spiel- und Bolzplätze. Damit für alle etwas dabei ist, bedarf es der Planung. Spielplatz ist nicht gleich Spielplatz. Das weiß jeder, der mit Kindern unterschiedlichen Alters nach Orten für die Freizeitgestaltung sucht. Während sich die ganz Kleinen mit Schaukel, Rutsche und Wippe begnügen, haben Ältere andere Ansprüche. Um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen im Stadtgebiet gerecht zu werden, investiert die Stadt immer wieder in die Erweiterung bestehender oder in die Schaffung neuer Flächen. Insgesamt finden sich im Stadtgebiet 64 Spielplätze, 22 öffentliche Bolzplätze sowie zwei Skate-Anlagen. Klingt erstmal viel. Gemessen an der Einwohnerzahl besteht in manchen Gegenden aber durchaus ein Defizit an Spielflächen. Das ist der Fall vor allem in der Innenstadt, im Nordend, Mathildenviertel und Senefelderquartier.

„In diesen Bezirken, die dicht bebaut sind und in denen nur wenige verbliebene Flächen der Stadt gehören, ist es natürlich schwierig, zusätzliche Spielflächen zu schaffen – zumal unter Schutzschirm-Auflagen“, erinnert Stadtplaner Michael Sperber. In Stadtteilen wie Bürgel oder Rumpenheim dagegen sei die Versorgung besser. „Kinder spielen ja nicht nur auf dafür vordefinierten Flächen, sondern auch im Grünen“, weiß Sperber. In Randgebieten findet sich deshalb leichter Platz zum Spielen, wo es niemanden stört.

In acht Anlagen investiert seit 2010

Zwischen 2010 und 2014 hat sein Amt in acht Anlagen investiert und gebaut, umgebaut, saniert oder erweitert. Neu hinzugekommen sind 2010 zwei Spielplätze im Baugebiet Waldheim Süd („An den Eichen“) mit insgesamt 35.000 Euro Gerätebudget sowie 2013 eine Anlage im Buchenweg für 80.000 Euro. Die Spielplätze an Kurt-Tucholsky- und Richard-Wagner-Straße erhielten für 98.000 und 120.000 Euro eine Grundsanierung. Neue Gestaltungen erfuhren 2011 außerdem der Bolzplatz Friedrichsweiher (62.000 Euro) und der Spielbereich am Ostendplatz in Bieber (85.000 Euro). In die Erneuerung des Spielplatzes an der J.-F.-Kennedy-Promenade in Lauterborn flossen 2012 nochmals 80.000 Euro.

Weil nicht alle Flächen groß genug sind, um Elemente für alle Altersklassen unterzubringen, setzt die Stadt den Fokus bei kleineren Anlagen auf einzelne Altersgruppen. Das hat nicht zuletzt auch mit städtebaulichen Vorgaben zu tun. Für die Jüngeren bis sechs Jahre sollten Spielflächen laut aktuellen DIN-Anforderungen in einem Nachbarschaftsumkreis von 200 Metern Fußweg erreichbar sein, Kindern bis zwölf Jahren ist eine Strecke von 400 Metern innerhalb des Viertels zuzumuten. Daraus ergibt sich, dass die meisten Spielflächen ihren Schwerpunkt bei jüngeren Nutzern haben.

„Entsprechend sind Standardelemente zum Drehen, Schaukeln, Balancieren, Wippen, Rutschen, Kriechen und Klettern oder Hangeln sehr häufig, aber in wechselnder Form zu finden“, erklärt Sperber. Für den Ersatz von abgebauten Geräten hält das Amt für Stadtplanung ein jährliches Budget von 40.000 Euro vor. Die gleiche Summe steht für die städtischen Bolzplätze zur Verfügung.

Im Umbau befindet sich derzeit das Gelände an der Johannes-Morhart-Straße (wir berichteten), in Planung sind die Quartiersparks Mathildenviertel (im Innenhof der Wohnanlage Karree 17; Baubeginn des vom Investor teilfinanzierten Projekts ist voraussichtlich 2016) und Senefelderstraße sowie ein Bolzplatz am Adolf-Kolping-Platz. Vor allem im Senefelderviertel fehlt es an öffentlichen Spielflächen. Der Park auf dem ehemaligen MAN-Gelände soll dieses Defizit ausgleichen und Kinder unterschiedlicher Altersklassen ansprechen. Für rund 1,1 Millionen städtische Euro soll dort ab Juni unter anderem eine „Parkour-Anlage“ entstehen – die erste in Offenbach.

Hintergrund: Seit einigen Jahren nutzen Jugendliche städtisches Mobiliar zum Turnen. So habe man nach attraktiven Angeboten für diese Altersklasse gesucht, erklärt Sperber. Parkour-Elemente hätten zudem den Vorteil, dass sie weniger Lärm verursachten als etwa Bolzplätze – bei dichter Wohnbebauung ein Segen für Anwohner. An der benachbarten Albert-Schweitzer-Schule habe man schon Interesse bekundet, die Anlage für den Sportunterricht zu nutzen.

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