SPD besucht Suchthilfezentrum Wildhof

Spielplätze in Offenbach bald rauchfrei?

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Stefan Stütz und Mechthild Rau informieren Gertrud Marx (Mitte) über die Wildhof-Arbeit.

Offenbach - Mit der Vorbeugung von Sucht meint es Offenbach ernst. Dabei geht auch um die sogenannten Alltagsdrogen.

„Wir müssen vermeiden, dass Kinder und Jugendliche den Eindruck bekommen, Trinken von Alkohol und Rauchen von Zigaretten sei das normalste der Welt“, betont die SPD-Stadtverordnete Gertrud Marx. Bei einem Gespräch im Suchthilfezentrum Wildhof kündigt sie an, was ihr Parteivorsitzender, Stadtkämmerer Felix Schwenke, in seiner Funktion als Sozialdezernent gegen den blauen Dunst unternehmen will: Auf Offenbacher Spielplätzen soll es ein Rauchverbot geben.

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Denn, so Gertrud Marx: „Wichtig sind Schutzräume rund um Schulen, Kindergärten und Spielplätzen, in denen Kindern kein schlechtes Verhalten vorgelebt werden darf.“ Marx ist sich mit Mechthild Rau und Stefan Stütz einig, dass auch die Kommunalpolitik mit ihren Entschlüssen eine Vorbildfunktion einnehmen müsse. Doch nicht nur auf Kinder und Jugendliche lauern Suchtgefahren. Wildhof-Geschäftsführerin Mechthild Rau und Suchtberater Stefan Stütz kennen viele Risikofaktoren für die Entstehung von Krankheitsbiografien und Einstiegsszenarien. Die verschärfen sich mit Beendigung des Berufslebens, bei kritischen Lebensereignissen wie dem Tod des Partners oder durch die Diagnose einer Krankheit.

Doch reichen diese örtlichen Mittel allein langfristig nicht aus. „Die Krankenkassen und Rentenversicherungen müssen sich bewegen, wir werden sie nachdrücklich dazu auffordern“, kündigtMarx eine Initiative an. Die größte Gruppe der Süchtigen, die zum Zentrum kommen, sind alkoholkranke Menschen. „Alkohol ist Deutschlands Droge Nummer 1“, wissen Rau und Stütz. Offenbacher Kindern und Jugendlichen soll vermittelt werden, dass es nicht gesund ist, regelmäßig und in großen Mengen Alkohol zu trinken. Dafür gibt es effektive Präventionsprojekte des Suchthilfezentrums in Kooperation mit Offenbacher Schulen.

Allein 2013 gab 62 Workshops. Auch größere Firmen bieten inzwischen eigene Präventionsprogramme für ihre Mitarbeiter an, mittelgroße Firmen haben eine Vereinbarung mit dem Suchthilfezentrum geschlossen. Haben Mitarbeiter persönliche Probleme, können sie die Beratung der Psychologen oder Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mit therapeutischer Zusatzausbildung anonym in Anspruch nehmen. Der Arbeitgeber erfährt nichts von dem Besuch.

tk

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