Kritik von Eltern

Spielplatz am Buchenweg: Gefahr oder Herausforderung?

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Gar nicht so einfach, die Rutsche zu erreichen. Der dreijährige Sam muss von Mutter Laura gestützt werden.

Waldhof - Seinerzeit als Spielplatz für Kleinkinder unter drei Jahren am Buchenweg in Waldhof konzipiert, sehen Anwohner die dortige Spielfläche kritisch. Dem Klettergerät mit Schaukel wird die Eignung für kleine Besucher abgesprochen. Von David Heisig 

Sie sind Refugien kindlicher Begeisterung und für Eltern unkomplizierte Freizeitgestaltung: Spielplätze. Während etwa Innenstadt und Nordend über wenige dieser Flächen verfügen, sei Waldhof gut aufgestellt, betont Christina Türk-Döker vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Besonders stolz ist man auf die jüngste Anlage im Viertel, den 400 Quadratmeter großen Spielplatz am Buchenweg. Vor zwei Jahren eröffnet, sollen Sandlandschaft und Klettergerüst mit Rutsche vor allem Kleinkinder begeistern. Die Kletteranlage aber wird von vielen Eltern der angesprochenen Kleinkinder kritisch gesehen. Zu kompliziert, zu gefährlich. Wer nicht sicher klettern könne, erreiche die Rutsche nicht. Türk-Döker zeigt sich angesicht dieser Kritik überrascht. Noch vor einigen Tagen habe es eine örtliche Begehung der Stadt gegeben. Allgemeiner Eindruck: „Was für ein schöner Spielplatz.“

Der dreijährige Sam ist körperlich fit, für sein Alter relativ groß. Auf den Spielplatz geht er trotzdem nicht gern. Ohne Hilfe erreicht er die Rutsche nicht. Mama Laura muss immer hinterher sein, damit der Sohnemann nicht fällt. Anja Limberger, Leiterin der Krabbelstube Tagträume, kennt den Spielplatz und die Eindrücke der Eltern. „Das Teil zum Klettern ist nicht kleinkindgerecht“, klagt sie. „Wenn man hochklettert und rutschen möchte, fällt man erstmal in ein Loch.“ Der direkte Weg zur Rutsche führt über ein Netz. Ein vorgeschaltetes Podest fehlt. „Da muss man richtig gut klettern können“, sagt die Pädagogin. Die Aufgänge schafften Kleinkinder noch relativ gut, über einen Steg mit Halteseilen oder über eine kleine Treppe und ein Podest. Dann aber stünden sie vor dem Nest und kämen nicht zur Rutsche hinüber. Je kleiner die Kinder, desto mehr Begleiter müssten nach ihnen schauen.

Stadtplanerin Türk-Döker ist der Ansicht, dass Spielgeräte eine gewisse Herausforderung an die Fertigkeiten der Kinder darstellen sollen. So sei das Gerät vom Hersteller auch gedacht. Pädagogin Limberger hält dagegen, dass das Konzept nicht einem U3-Standard, also der Zielgruppe unter drei Jahren, entspreche. Das Gerät an sich sei zwar schön, aber eine Herausforderung und erst für Kinder ab dreieinhalb Jahren geeignet. Eine halbe Plattform vor der Rutsche würde das Problem entschärfen, meint Limberger. Laut Stadtplanung ginge das aber zu Lasten des Kletternetzes. Sam klettert, greift daneben und kippt nach hinten. Zum Glück fängt Mutter Laura ihn auf. „Die Fallhöhe ist mit 1,70 Meter nicht so hoch“, betont Türk-Döker, die selbst Mutter ist. Die Eltern in Waldhof aber sind sich sicher: Sam hätte sich ganz schön wehgetan.

Eine andere Mutter stört sich am fehlenden Tor zum verkehrsberuhigten Buchenweg. Ab und zu ließen Leute zudem ihre Hunde auf den Spielplatz laufen. Das sei nicht appetitlich. Die große Sandkiste mit Podest und Bagger sowie die Schaukel hingegen kommen gut an. „Mehr Geräte wären aber schön“, sagt eine Mutter.“ Und etwas mehr Schatten.“ Weil sie nicht mehr standsicher waren, wurden in der Vergangenheit Bäume am Buchenweg entfernt. Nunmehr spendet nur noch ein großer Baum Schatten. Einen Großteil des Tages liegt der Spielplatz in der Sonne. Zwar sind neue Schattenspender angepflanzt. Doch die müssen erst wachsen.

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