In Johannes-Morhart-Straße

Kosten für Spielplatz-Sanierung sind explodiert

+
Eingezäunt und von Grün überwuchert: Seit vier Jahren kann der Spielplatz an der Johannes-Morhart-Straße im Nordend nicht mehr genutzt werden. Im Oktober soll die Sanierung beginnen.

Offenbach - Fast vier Jahre sind seit dem Sanierungsbeschluss vergangen, die Kosten sind mittlerweile explodiert – und noch immer warten Kinder und Eltern im an Grünflächen armen Nordend sehnlichst darauf, dass der Spielplatz an der Johannes-Morhart-Straße wieder genutzt werden kann. Von Matthias Dahmer 

Im Oktober soll es nun losgehen mit der unerwartet aufwändigen Sanierung, voraussichtlich im Sommer 2019 kann auf dem derzeit von Grün überwucherten und abgesperrten Areal wieder gespielt werden.
Die Kosten werden dann von ursprünglich 325.000 Euro auf satte 2,2 Millionen Euro gestiegen sein. Annette Glowania vom Stadtplanungsamt erläutert, wie es dazu kam: Der Beschluss zur Sanierung des etwa 3300 Quadratmeter großen Geländes fällt im Juli 2014. Bei Baubeginn im Februar 2015 kommt dann die Überraschung: Unter dem Spielplatz liegen alte Kellergewölbe, die zudem noch mit Bauschutt aufgefüllt sind.

Die geplante Kampfmittelsondierung des Areals, das einst in einem Bombenabwurfgebiet lag, wird so viel schwieriger als vorgesehen. Die Signale der Ortungsgeräte zum Aufspüren möglicher Bomben sind wegen zahlreicher – und harmloser – Metallteile im Bauschutt nicht verwendbar. Das ganze Vorhaben wird daraufhin gestoppt, das Gelände gesperrt und schon geschlossene Verträge müssen rückabgewickelt werden.

In Abstimmung mit der Regierungspräsidium Darmstadt soll nun der Boden lagenweise bis in etwa drei Meter Tiefe abgetragen werden, ursprünglich geplant waren 35 Zentimeter. Hinzu kommt, dass der Boden stark belastet ist, das auszubaggernde Material muss größtenteils entsorgt, die Fläche mit unbelasteter Erde wieder verfüllt werden.

Wenn demnächst das Stadtparlament grünes Licht gebe, berichtet Stadtplanerin Glowania, werde man in Sachen Planung zweigleisig fahren. Sowohl für die Sanierung als auch für die Spielplatzgestaltung würden die Details festgelegt und die Aufträge vergeben. „Mit den erforderlichen Rodungsarbeiten kann aufgrund naturschutzrechtlicher Vorgaben aber erst im Oktober begonnen werden“, so Glowania. 47 Bäume stehen auf dem Spielplatzgrundstück, wie viele davon im Zuge der Kampfmittelräumung fallen müssen, ist offen. Das werde von Baum zu Baum entschieden, man werde schonend mit dem Bestand umgehen, verspricht die städtische Planerin.

Bilder: Frühling genießen in Offenbach

Von den 2,2 Millionen Euro Gesamtkosten entfallen 1,642 Millionen auf die Altlastensanierung und die Kampfmittelräumung. 558.000 Euro kostet die Neugestaltung des Spielplatzes. Darin seien die Wiederauffüllung des Geländes, die Bepflanzung und die Preissteigerungen seit 2014 enthalten, erklärt Annette Glowania die Abweichung von Ursprungsansatz von 325.000 Euro.

Den Löwenanteil der Gesamtkosten, nämlich 1,67 Millionen Euro, trägt nach derzeitigem Stand der Dinge die Stadt. Möglicherweise könne man noch Fördergeld aus dem Hegiss-Programm bekommen heißt es. 472.000 Euro fließen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes, 100.000 Euro steuert der Flughafenbetreiber Fraport bei.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare