Zunächst das große Buddeln

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Vivien und Dag haben trotz kalter Witterung ihren Spaß auf dem Spielplatz. Jahr für Jahr will die Stadt fünf oder sechs Spielplätze sanieren beziehungsweise entwickeln.

Offenbach - Lukas ist der „Spielplatzrahmenplan“ ja so was von egal. Wichtig ist dem Dreijährigen nur eins – seine Schippe, besser: seine Schippen. Ohne die verlässt Lukas selten das Haus.  Auf Spielplätzen gibt es immer etwas zu tun. Das findet auch Sigrid Pietzsch. Von Martin Kuhn

Die Intention der Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin ist freilich eine andere: Sie möchte Angebot und Aufenthaltsqualität aller städtischen Spielplätzen verbessern. Die Grundlage dafür bildet der sogenannte Rahmenplan.

Ziel: Sanierung oder Angebotsverbesserung auf 35 bestehenden Flächen, Neuanlage von fünf Spielplätzen. Geschätzte Kosten: Mehr als vier Millionen Euro. Die Zeitspanne ist der kommunalen Finanznot geschuldet. Mittlerweile sind bis zu zehn Jahre veranschlagt. „Aber wir sind dran“, versichert Sigrid Pietzsch. Firmen bauen aktuell an der sogenannten Schnecke (John-F.-Kennedy-Promenade). Fachleute bereiten die Umgestaltung des Spielplatzes Johannes-Morhart-Straße vor. Geplant ist in diesem Jahr zudem ein neuer Platz am Buchenweg.

Ein neues Konzept für den Bolzplatz

Und am Bürgeler Kolpingplatz entwickeln die Stadtplaner ein neues Konzept für den Bolzplatz. Der reine Kick-Käfig soll zum multifunktionalen Raum umgestaltet werden; der Platz wird wohl als zu wertvoll für eine eindimensionale Nutzung erachtet. „Wir arbeiten an einer Lösung.“ Mehr verrät die Stadtplanerin nicht.

Derweil erledigt der Stadtdienstleister den üblichen Frühjahrsputz auf den 49 Offenbacher Spielplätzen und lässt den Sand reinigen. „Pünktlich zur sonnigen Jahreszeit bringen wir alle öffentlichen Sandkästen auf Vordermann, damit wieder fleißig gebuddelt und gespielt werden kann“, sagt ESO-Sprecher Oliver Gaksch. Um „Verunreinigungen“ zu beseitigen, wird der Sand zunächst mittels Reinigungsmaschine aufgenommen und dann in einem speziellen Verfahren durchsiebt. Alles, was größer als die bis zu zwei Millimeter kleinen Sandkörner ist, wird in einem Behälter aufgenommen und entsorgt. Bis zu 600 Quadratmeter Sandfläche werden so täglich untersucht. In der Summe sind 8000 Quadratmeter zu säubern.

Reinigungsgerät filtert den Sand

Das Reinigungsgerät filtert den Sand bis zu einer Tiefe von etwa einem halben Meter, so dass auch tief verbuddelte Gegenstände zu Tage kommen. „Neben Steinen, Scherben und verschiedenen Abfällen finden sich auch alte Förmchen und Spielsachen, die in der vergangenen Sommersaison verschütt gegangen sind“, hat Gaksch beobachtet. Die dadurch verlorengegangenen Mengen werden anschließend durch frischen Sand ersetzt. Neben der eigentlichen Reinigung sorgt das über Jahre bewährte Verfahren dafür, dass der aufgelockerte Sand als Fallschutz dient und damit die Unfallgefahr mindert.

Auf Flächen, die aufgrund ihrer Größe oder Beschaffenheit nicht mit dem Reinigungsgerät angefahren werden können, wird der alte Sand komplett ersetzt. Am Ende sind so mehr als 320 Kubikmeter Sand aufgeschüttet Mitarbeiter füllen aber nicht nur die Sandkästen auf, sondern auch die Flächen unter Schaukeln und Wippen. Das dauert alles etwa drei Wochen. „Den Reinigungsbedarf haben wir Anfang des Jahres ermittelt“, betont Gaksch. Zusätzlich zu den jährlichen Kontrollen werden die öffentlichen Spielplätze regelmäßig vom Gebäudemanagement kontrolliert.

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