Feuerwehr fordert frühere Anmeldung

OFC-Spiele: Spontan keine Choreografien

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Aufwändige Choreografie: Fahne und Folien im Kickers-Fanblock beim Viertelfinale des DFB-Pokals 2012/13 gegen den VfL Wolfsburg.

Offenbach - Da war die ganze Mühe der Kickers-Fans umsonst. Zum Saisonabschluss wollten die Offenbacher Fußball-Anhänger ihrem Team noch einmal mit einer „Choreografie“ danken. Doch die Feuerwehr machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Von Sarah Neder 

Bei Choreografien werden kurz vor Anpfiff große Banner, Fahnen, Folien oder Transparente hochgehalten. Solche Aktionen müssen die Fans jedoch wegen des Brandschutzes zwei Wochen vor dem Spieltag anmelden. So steht es im Sicherheitskonzept des Offenbacher Fußballclubs. Seit dem Neubau des Stadions am Bieberer Berg gibt es diese Richtlinie.

„Ein paar Tage vorher kann man da auch noch was machen“, zeigt sich Michael Eiblmaier, stellvertretender Feuerwehrchef in Offenbach, flexibel. Beim vergangenen Spiel gegen Kaiserslautern II sei die Anmeldung aber zu spontan gewesen – zwei Tage vor dem Duell ging die Anmeldung bei der Feuerwehr ein. Das Material der jeweiligen Utensilien müsse jedoch auf seine Entflammbarkeit geprüft, Ordner am Eingang müssten über das Mitführen jener Gegenstände informiert werden.

Kickers-Fans hingegen sprechen von Schikane

Die Kickers-Fans hingegen sprechen von Schikane: „Am Donnerstagnachmittag haben wir der Feuerwehr Bescheid gesagt. Erst Freitagabend haben wir die Absage erhalten“, moniert Sascha Djordjevic vom Offenbacher Fanprojekt. Nach all den Vorbereitungen habe das bei den Fußballbegeisterten für Unmut gesorgt. „Früher lief die Anmeldung immer so kurzfristig, und das war nie ein Problem“, erinnert sich Djordjevic. Die zweiwöchige Anmeldefrist der Feuerwehr sei ein Sargnagel für spontane Kreativität, denn oft griffen Fans aktuelle Themen in ihren großflächigen Botschaften auf.

Bei der Feuerwehr schätzt man die Mühe der Fans: „So eine Choreografie ist immer etwas Besonderes“, betont Eiblmaier. Leider habe man im letzten Jahr beim Spiel gegen Hessen Kassel schlechte Erfahrungen mit Fanaktionen machen müssen. Dort wurden zur Choreografie etwa kopfgroße Pappschilder unter den OFC-Fans verteilt, mit denen sich Bengalo-Zündler im Anschluss tarnten. „Bengalisches Feuer wird heißer als 1 000 Grad und ist gerade in Verbindung mit großen Fahnen sehr gefährlich“, weiß der Experte um die Folgen, wenn der Stoff schmilzt und auf Besucher tropft.

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Dass deswegen die letzte Fanaktion ausfallen musste, streitet Eblmaier allerdings ab: „Ich sehe das mehr als einen Einzelfall.“ In der Regel schließen sich die Fanbeauftragten mit Feuerwehr, Polizei und Vereinsvorstand bei einer Sicherheitsbesprechung einige Tage vor dem Spieltag kurz. „Im Idealfall sprechen wir da schon über die Vorhaben der Fans“, so Eiblmaier und verspricht, dass dies auch künftig der Weg sein werde, Choreografien zur Unterstützung der Mannschaft anzumelden.

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