Sportgala im Capitol

Ein netter Familien-Abend

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Nicht auf Wolke sieben schwebend, dafür auf Händen getragen: Die Offenbacher FFH-Moderatorin Evren Gezer führt durchs Programm der Sport-Gala. Chicana-Mitglieder demonstrieren zirzensisches Können, während die Drum-Stars auch dem Publikum rhythmisches Gespür abverlangen.

Offenbach - Das nennt man wohl ein straffes Programm. Gut zwei Stunden nimmt der offizielle Teil der Sportgala ein - ohne Zugabe, ohne Verlängerung. Dennoch geht’s in die dritte Halbzeit. Von Martin Kuhn 

Die Jüngeren und Junggebliebenen bewegen den Körper zu Disco-Klängen, während der größere Rest sich im Foyer begegnet. Da ist per SMS-Dienst inzwischen auch die Frage geklärt, wie’s auf dem Bieberer Berg ausgegangen ist: 0:0. Liegt’s am nahezu parallelen Spitzenspiel der Regionalliga Südwest, an der deutlich geringeren Zahl der zu ehrenden Sportler, am abgespeckten Programm oder doch am mangelnden Interesse? Man weiß es nicht. Jedenfalls bleiben im Capitol doch einige Plätze an den Tischen leer – von der Galerie mal ganz zu schweigen. Auch der Umstand, dass die Stadt den traditionellen Jahresempfang für Funktionäre und Vereinsvertreter mit einbindet, reißt es nicht raus. Schade eigentlich. Aber Horst Schneider gibt unumwunden zu: „Der wurde integriert, um Kosten zu sparen.“

In seiner Funktion als Sportdezernent gibt er das Geld lieber an anderer Stelle aus. Dort, wo es den Sportlern direkt zugute kommt. Und da scheint sich endlich etwas zu tun: Mit dem Spatenstich zur Hafenschule erhält der Judoclub Samurai endlich sein erhofftes Dojo (Trainingshalle). Deutlich früher dürfte es etwas mit dem ebenso lange gewünschten Kunstrasenplatz im Sportzentrum Rosenhöhe werden. Zudem geplant: neuer Belag für den Fußballplatz Bierbrauerweg, neues Zuhause für den Sportclub Bürgel. Aber nicht allein für die Stadt ist der Sport - vornehmlich der Sportstättenbau - ein holpriges, da teures Terrain. „Wie schwierig es auch für die Vereine selbst geworden ist, zeigt sich beim Fechtclub“, erinnert der Gastgeber. Vorsitzender Waldemar Krug hatte in unserer Zeitung öffentlich nach einem Nachfolger gesucht, um die Geschichte des Vereins (1863 gegründet) fortzuführen. Offenbar ist die Suche erfolgreich gewesen. „Der Name der Offenbacher Persönlichkeit wird im April bekanntgeben“, so der Oberbürgermeister. Keine Frage: Es geht aufwärts...

Und ist somit das Stichwort für die Cheerleading-Abteilung des OFC. Gut 70 Mädchen und Jungen hat Gründer und Trainer Sascha Leis mittlerweile vereint. Die zeigen Ausschnitte ihrer teils wagemutigen Choreografien - Respekt! Damit nicht genug: Zu guter Letzt schultern sie Moderatorin Evren Gezer und tragen sie auf die Bühne - Klasse! Das befügelt die charmante und wortgewandte Moderatorin, die als bekennende Offenbacherin ohnehin ein Heimspiel hat - unter anderem stimmt sie später mit dem Saal „Happy Birthday“ für Claus Ortwein an, der an dem Abend nicht nur geehrt wird, sondern auch seinen 50. Geburtstag feiert.

Sportgala im Capitol

Sportgala im Capitol

Zwischen den Ehrungen („Unser OB sorgt dafür, dass keiner mit leeren Händen nach Hause geht“) gibt’s viel Bühnenzauber - im wahrsten Wortsinn. Der Zirkus Chicana ist mit toller Reifen-Akrobatik, anmutigem Avatar-Tanz und trickreicher Diabolo-Jonglage dabei, die Drum-Stars (Gezer: „Leider in komischen Dortmund-Anzügen.“) bewegen mit ihren Rhythmen selbst die hinteren Publikumsreihen und Andreas Römer verknüpft das Reden aus dem Bauch mit erfrischender Standup-Comedy. Wie gesagt: Noch vor dem Abpfiff im Sparda-Bank Hessen-Stadion endet im Capitol der offizielle Teil. Und während sich die Fußball-Profis vermutlich ans Auslaufen machen, läuft der gesellige Teil des Gala-Abends. Da rückt die Offenbacher Sportfamilie etwas enger zusammen. Das ist gut so und sollte auch so bleiben. In welchem Rahmen auch immer...

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