Knifflige Bewegungsaufgaben

„Sportsfun Teamday“ an der Leibnizschule

+
Eine Station mit Erfrischungspotenzial: Beim „Sportsfun Teamday“ an der Leibnizschule kamen Schüler so richtig in Bewegung. Foto: bg

Offenbach - Beim zweiten „Sportsfun Teamday“ an der Leibnizschule absolvierten die Schüler Stationen mit kniffligen Bewegungsaufgaben, die es im Team zu erfüllen gilt. Ein Tag mit Spaß, aber auch Potenzial zu Gruppenkonflikten. Organisator ist die Sportjugend Hessen. Von Stefan Mangold

Geschrei bringt nichts. Mädchen handeln rationaler. Wer mit Worten beleidigt, sollte auf Gestik verzichten. Der Sportbund Hessen veranstaltete in den Dependancen der Leibnizschule an der Park- und Brandsbornstraße einen „Sportsfun Teamday“. Gewinnen konnte nur, wer gut zusammenarbeitet. Morgens geht es auf dem Schuldach an der Brandsbornstraße los. Dort oben lassen Trainer von der Tanzschule Weiss zusammen mit rund 1200 Leibnizschülern auf dem Hof im Takt die Hüften kreisen. Der Sparkassenverband Hessen-Thüringen und die Sparkasse Offenbach begleichen als Sponsor die Kosten des Tages. Um die Organisation des Parcours aus sechs Team-Stationen hatten sich vor allem Schulsportleiter Gunnar Coppik und seine Kollegin Ylva Gensen gekümmert. Ansonsten herrscht bei Disziplinen wie Teebeutelweitwurf, Mülltonnenrennen und Eierlauf knisternde Spannung.

Ein Junge läuft im 90 Grad-Winkel eine auf Leinwand gedruckte Riesenschlange an der Hausfassade ab. Er gibt präzise Kommandos an zwei Gruppen. Die eine kann ihn mit dem Seil hochziehen und runterlassen, die andere seitlich manövrieren. Es funktioniert. Hinterher erzählt der 13-jährige Jonathan Kranz aus der 7G davon, oft im Gebirge zu klettern. Am Ende bekommt die Klasse für die Leistung den „Sparkassen-Team-Cup“. Die 7G feiert sich als Mannschaft für den Gutschein im Kletterpark. Der bescheiden auftretende Kletter-Crack steht nicht im Mittelpunkt. Jonathan hätte heute alleine sowieso nichts erreichen können, ebenso wie Vettel & Co. ohne ihre Teams nur im Gokart durch Monaco kurven könnten.

Martin Weingart veranstaltet im Auftrag der Sportjugend Hessen für den Landessportbund 13 Mal pro Jahr den „Sportsfun Teamday“ an Schulen. Mit Bundesjungendspielen hat der nichts gemein, aber mit Verhaltensforschung. Je besser die Gruppe zusammenarbeitet, desto leichter erledigt sich eine Aufgabe. In der Theorie ahnt das jeder. Doch wenn der 39-Jährige kommentiert, was gerade passiert, wird klar, warum es dem Menschen an sich nicht leicht fällt, vernünftig zu handeln. „Die Gruppe hat viele dominante Typen“, beobachtet der Sportpädagoge an einer neunten Klasse.

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

Zuvor hatte die ein Jahr ältere Barbara als Team-Assistentin erklärt, worum es geht. In der Mitte eines Kreises mit rund drei Metern Radius steht ein Eimer. Darin liegt ein Schlüssel. Die Schüler sollen ihn holen, ohne den Eimer zu bewegen oder den Boden zu berühren. Als Werkzeug dient ein Seil. Es geschieht, was Weingart voraussagte: „Ein paar führen das große Wort, andere sehen zu.“ Die Lösung verzögert sich, weil die jungen Männer sich lange anschreien. Schließlich präferieren sie eine Variante, die nur auf Muskelkraft beruht und schief geht. Am Rand stehen die Mitschülerinnen. Eine sagt die Lösung vor sich hin: „Nehmt doch den Baum“. Die posaunt ein Junge als eigene Idee heraus. Sie führt schließlich zum Ziel. Mehrere halten das um den Stamm gewickelte Seil fest, an dem sich einer erfolgreich zum Eimer hangelt.

An der nächsten Station muss eine Klasse ein Glas Wasser auf einer Plane über Hindernisse balancieren. Die Lehrerin Mirsada Hadipaic unterbricht zweimal und lässt wieder von vorne beginnen. Die Regel lautet, „beide Hände müssen die Plane halten“. Eine vergisst das, als ihr der Wind den Hut vom Kopf bläst; ein anderer, als er eine verbale Beleidigung gestisch begleitet.

Im Rückblick auf die Übung sind die meisten eher unzufrieden. Moritz ärgert es, „dass bei der Absprache kaum jemand zugehört hat“. Das ausgemachte Kommando einer Mitschülerin hätten die meisten ignoriert. Für die nächste Station gelobt die Klasse Besserung.

Kommentare